Erlös aus Bruni-Akt unerwünscht
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Erlös aus Bruni-Akt unerwünscht

Der Auktionserlös für ein Aktbild von Carla Bruni geht nicht ans kambodschanische Kinderspital Kantha Bopha. Geld aus dem Erlös eines Nacktfotos der französischen Präsidentengattin würde die Institution entwürdigen, so Spitalleiter Beat Richner.

«Die Bunte» und die Zeitung «Sonntag» hatten am Wochenende berichtet, der derzeitige Besitzer des Fotos, der Sammler Gert Elfering, wolle den Erlös dem Kinderspital Kantha Bopha spenden. Richner bestätigte gegenüber der SDA, am Freitag ein entsprechendes Angebot erhalten zu haben.

Der Zürcher Fotokünstler Michel Comte hatte den Bruni-Akt vor 14 Jahren für eine Safer-Sex-Kampagne geschossen. Nun gelangt das Bild am 10. April bei Christie's New York zur Versteigerung. Comte rechnet damit, dass ein sechsstelliger Betrag erzielt wird.

Der Fotograf dürfe gern spenden, sagte Richner. Nur wolle er Kantha Bopha nicht in Verbindung gebracht sehen mit diesem speziellen Bild.

Die vier Spitäler, in denen jährlich über eine Million Kinder gratis behandelt werden, geniessen in der Bevölkerung hohes Ansehen. «Die Mütter und ihre Kinder fühlen sich hier geborgen wie in der Pagode», sagte Richner. Wenn er Geld aus dem Erlös eines Fotos der nackten französischen Präsidentengattin annehmen würde, würde das die Institution entwürdigen.

Froh um jedes «Zwänzgernötli»

Richner bestätigte gegenüber der SDA, dass seine Stiftung Geld brauchen kann für einen dringend benötigten Anbau und die teure Impfaktion gegen die Japanische Hirnhautentzündung. Die für beides erforderlichen knapp 20 Millionen Schweizer Franken sollen mit der «Aktion Zwänzgernötli» aufgebracht werde.

Der Kinderarzt, Hilfswerkgründer und frühere Musikkabarettist «Beatocello» will im Mai wieder in die Schweiz kommen, um für die Spendenaktion zu werben.

Wasseraufbereitung

Der Auktionserlös des umstrittenen Bruni-Bilds soll nun dem Projekt Sodis - Solare Wasserdesinfektion - zugute kommen, meldete der «SonntagsBlick». Sodis schult die Bevölkerung in armen Ländern darin, Trinkwasser allein mit Petflaschen und Sonnenlicht aufzubereiten.

Die Methode wurde vom Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs (Eawag) für den Privatgebrauch entwickelt. In Gebieten, wo sie praktiziert wird, sinkt die Rate der Durchfallerkrankungen um bis zu 50 Prozent.

Sodis habe zwar noch nichts von der zukünftigen Spende gehört, sagte der für das Projekt zuständige Eawag-Mitarbeiter Martin Wegelin am Montag der SDA. Doch die Michel Comte Water Foundation unterstütze Sodis seit 2003 unter anderem mit dem Erlös von Foto- Auktionen. (sda)

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