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Noordin TopErmittler benennen Täter der Jakarta-Anschläge

Nach dem Doppelanschlag auf Luxushotels in Jakarta gerät eine Splittergruppe des Terrornetzwerks Jemaah Islamiyah ins Visier der Ermittler. Als Drahtzieher der Bluttat mit acht Toten und mehr als 50 Verletzten wird der flüchtige Malaysier Noordin Top vermutet.

«Ich bin mir 200-prozentig sicher, dass es seine Tat war», erklärte der frühere Jemaah-Islamiyah-Führer Nasir Abbas, der inzwischen mit der Polizei zusammenarbeitet. Auch ein Polizeiermittler bestätigte am Samstag der Nachrichtenagentur AP, dass Noordin als wahrscheinlichster Drahtzieher der Selbstmordanschläge auf die Hotels Ritz-Carlton und Marriott vom Freitag gelte. Bislang bekannte sich niemand zu der Bluttat.

Im Hotelzimmer 1808 des Marriott, in das sich die Attentäter offenbar zur Vorbereitung ihrer Tat eingebucht hatten, stellten die Ermittler eigenen Angaben zufolge handschriftliche Notizen, ein Mobiltelefon sowie einen in einem Laptop eingeschlossenen nicht-detonierten Sprengsatz sicher. Ein Rezeptionist sagte nach Angaben des Ermittlers aus, dass das Zimmer auf den Namen «Nurdin» gebucht worden sei. Der Mann, der im Hotel eincheckte, habe 1000 Dollar in bar hinterlegt, weil er keine Kreditkarte als Garantie vorweisen habe können.

Das Netzwerk Jemaah Islamiyah mit Verbindungen zu Al Kaida wird für mehrere weitere Terrorakte in Indonesien verantwortlich gemacht, darunter ein Anschlag auf das Marriott im Jahr 2003, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen.

ASEAN sichert Indonesien Hilfe im Kampf gegen Terror zu

Unter den acht Todesopfern der Anschläge vom Freitag sind nach Angaben der indonesischen Regierung mindestens vier Ausländer. Fünf der Toten seien bislang identifiziert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Dabei handele es sich um zwei Australier sowie je eine Person aus Neuseeland, Singapur und Indonesien.

Bei vier der in den Trümmern gefundenen Leichen - jeweils zwei in jedem Hotel - habe die Wucht der Explosion den Kopf vom Körper gerissen, sagte der Polizeiermittler. Unter den Verletzten sind nach Behördenangaben 17 Ausländer: acht Amerikaner sowie Staatsbürger aus Australien, Kanada, Hongkong, Indien, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Grossbritannien und Südkorea.

Der Verband Südostasiatischer Staaten (ASEAN) verurteilte die Anschläge scharf. ASEAN stehe im Kampf gegen den Terror an der Seite der Regierung und des Volkes von Indonesien, hiess es in einer am Samstag verabschiedeten Erklärung der Aussenminister.

$$VIDEO$$ (dapd)

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