Luxusjacht «Dilbar»: Ermittler finden heraus, wem die teuerste Jacht der Welt gehört
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Luxusjacht «Dilbar»Ermittler finden heraus, wem die teuerste Jacht der Welt gehört

Das Deutsche Bundeskriminalamt (BKA) hat die wahre Besitzerin der «Dilbar» ermittelt. Es handelt sich um die Schwester des russischen Oligarchen Alischer Usmanow. Jetzt wurde die Jacht beschlagnahmt.

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Die «Dilbar» wurde in Hamburg beschlagnahmt, nachdem das BKA die wahre Besitzerin ausfindig machen konnte.

Die «Dilbar» wurde in Hamburg beschlagnahmt, nachdem das BKA die wahre Besitzerin ausfindig machen konnte.

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Mit einem Wert von 500 Millionen Franken handelt es sich bei der «Dilbar» vermutlich um die teuerste Jacht der Welt.

Mit einem Wert von 500 Millionen Franken handelt es sich bei der «Dilbar» vermutlich um die teuerste Jacht der Welt.

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Die Jacht befindet sich im Besitz von Gulbakhor Ismailowa. Hier liegt das Schiff eingepackt in der Hamburger Werft Blohm+Voss.

Die Jacht befindet sich im Besitz von Gulbakhor Ismailowa. Hier liegt das Schiff eingepackt in der Hamburger Werft Blohm+Voss.

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Darum gehts

  • Bei der Ermittlung musste das BKA ein «verschachteltes Offshore-Firmenkonstrukt» untersuchen.

  • Offiziell ist die «Dilbar» im Besitz einer Firma mit Sitz auf den Kaimaninseln.

  • Die Jacht kostet mehr als 500 Millionen Franken und liegt nun im Hafen von Hamburg. 

Nach wochenlangen Ermittlungen hat das BKA die wahre Besitzerin der im Hamburger Hafen liegenden Superjacht «Dilbar» gefunden. Es gehört Gulbakhor Ismailowa, der Schwester des Oligarchen Alischer Usmanow. Beide wurden wegen des Kriegs in der Ukraine vom Westen mit Sanktionen belegt. Nun liegt die Luxusjacht in Hamburg an der Kette. Bei der «Dilbar» soll es sich um die teuerste Jacht der Welt handeln. 

Ermittlungen bei Offshore-Firma

Im Rahmen der Sanktionen wurde die mehr als 500 Millionen Franken teure Luxusjacht mit einem Verfügungsverbot belegt und darf damit «nicht mehr veräussert, vermietet oder belastet werden», wie ein Sprecher des Bundeskriminalamts (BKA) der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte. Im März waren bereits in anderen Ländern mehrere Oligarchen-Jachten beschlagnahmt. So fiel beispielsweise in Spanien die Jacht «Valerie» von Sergej Tschemesow den Sanktionen zum Opfer, in Italien wurde die «Lady M» festgesetzt und Frankreich beschlagnahmte die «Kleine Bärin» und die «Kleine Bärin II» des Oligarchen Alexej Kusmitschow.

Die Luxusjacht «Dilbar» durfte jedoch nur an die Kette gelegt werden, nachdem die Eigentümerschaft zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte. Eigentümer registrieren ihre Superjachten jedoch gerne über Holdings oder Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen, um die eigene Identität zu verschleiern. So musste das BKA im Fall der «Dilbar» ein verschachteltes Offshore-Firmenkonstrukt untersuchen, um die wirkliche Eigentümerin der Luxusjacht zu ermitteln, sagte der BKA-Sprecher.

Ukrainische Demonstranten versperren der Jacht von Abramowitsch den Weg.

20min/Salvatore Iuliano

Offizieller Sitz auf den Kaimaninseln

Ursprünglich war das BKA von Usmanow selbst als Eigentümer ausgegangen. Die Ermittlungen haben jedoch ergeben, dass Usmanow schon 2017 indirekt Vermögenswerte an seine Schwester Gulbakhor Ismailowa übertragen hat.

Offizielle Eigentümerin der «Dilbar» ist demnach die «Navis Marine Ltd.», die ihren Sitz auf den Kaimaninseln hat. Deren Anteilseigner sei jedoch die zypriotische Holdinggesellschaft «Almenor Holdings Ltd.», die wiederum von der Schweizer «Pomerol Capital SA» treuhänderisch zugunsten von «The Sisters Trust» verwaltet werde. «Seit 2017 ist Alischer Usmanow nicht mehr Anteilseigner dieser Treuhandgesellschaft, womit seine Schwester, Gulbakhor Ismailowa, zur einzigen wirtschaftlichen Eigentümerin der Jacht Dilbar wurde», heisst es in der im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichten EU-Sanktionsliste.

Andere Oligarchen brachten ihre Jachten früh in Sicherheit

Die «Dilbar» liegt dem Schiffsortungsdienst vesselfinder.com zufolge bereits seit Anfang Januar im Hamburger Hafen. Sie wird seither im Trockendock der Werft Blohm+Voss aufgehübscht. Da sie derzeit nicht fahrbereit ist, kann sie den Hafen ohnehin nicht verlassen. Experten hatten zuletzt gewarnt, die blockierten Jachten russischer Oligarchen könnten aufgrund der Sanktionen fahrtuntauglich werden und lokale Meeresökosysteme bedrohen.

Anders als Gulbakhor Ismailowa haben einige Oligarchen ihre Jachten schon zu Beginn des Ukraine-Kriegs in Sicherheit gebracht, um den westlichen Sanktionen zu entgehen. So verschiffte beispielsweise Roman Abramowitsch seine Superjacht «Solaris» noch rechtzeitig in die Türkei. Als die «Solaris» im türkischen Bodrum anlegte, wurde dies von Protesten begleitet. So versuchten Demonstranten der Superjacht mit einem Schlauchboot den Weg zu versperren.

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(DPA/fis)

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