Dramatische Aufnahmen: Ermittler finden Video aus der Maschine
Aktualisiert

Dramatische AufnahmenErmittler finden Video aus der Maschine

Von den letzten Momenten an Bord des Germanwings-Fluges 4U9525 existiert angeblich ein Video: Es ist einige Sekunden lang und soll zeigen, was kurz vor dem Absturz an Bord geschah.

von
dia
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Am 24. März 2015 stürzte eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ab. 150 Personen kamen ums Leben.

Am 24. März 2015 stürzte eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ab. 150 Personen kamen ums Leben.

Keystone/Guillaume Horcajuelo
Der Pilot Andreas Lubitz hatte das Flugzeug absichtlich abstürzen lassen.

Der Pilot Andreas Lubitz hatte das Flugzeug absichtlich abstürzen lassen.

epa/Foto-team-mueller
Der Pilot hatten den Airbus 320 vor dem Crash absichtlich beschleunigt.

Der Pilot hatten den Airbus 320 vor dem Crash absichtlich beschleunigt.

Ein Amateurvideo soll die letzten Sekunden vor dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich dokumentieren. Dies berichtet die Zeitung «Bild», die nach eigenen Angaben das Videomaterial zusammen mit dem französischen Magazin «Paris Match» ansehen konnte. Es handle sich um ein wichtiges Beweisstück.

Die Bilder sollen ziemlich verwackelt sein, einzelne Personen könne man nicht identifizieren, heisst es im Bericht. Die Aufnahme soll aus dem hinteren Teil des Flugzeugs gemacht worden sein. Man höre Passagiere in mehreren Sprachen, wie sie «Mein Gott» schreien. Das zeige, dass die Flugzeuginsassen wussten, in welcher Lage sie sich befanden.

Metallische Geräusche

Ebenfalls höre man im Video mindestens drei metallische Schläge. Die Zeitung vermutet, dass der Pilot versuchte mit einer Axt oder einem anderen metallischen Gegenstand die Cockpit-Tür aufzubrechen. Kurz vor dem Ende des Videos scheint das Flugzeug in das Bergmassiv zu prallen. Die Kabine werde zur Seite geschleudert, Passagiere schreien – dann ende das Video, schreibt «Bild».

Doch wie konnte das Video den Absturz überstehen? Dirk Lorenz von der Stiftung Warentest hält es gegenüber der Zeitung für unwahrscheinlich, dass ein Handy widerstandsfähig genug wäre, nach einem solchen Unglück heil zu bleiben. Doch die Speicherkarte könne intakt bleiben, «zum Beispiel wenn das Gerät beim Aufprall abgefedert wurde».

Video von Ermittlern dementiert

Der französische Staatsanwalt Brice Robin erklärte am Dienstagabend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, er wisse nichts von den Aufnahmen. Es seien eine Reihe von Handys gefunden worden, welche derzeit ausgewertet würden.

Deutlichere Worte findet ein Mitarbeiter der Gendarmerie. Dort bezeichnete man entsprechende Angaben als «vollkommen falsch». Der Vertreter der Gendarmerie, Jean-Marc Ménichini, bestreitet die Angaben in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN. Die Ermittler hätten die am Absturzort gefundenen Handys noch nicht ausgewertet. Die Geräte würden im Zuge weiterer Untersuchungen an ein spezialisiertes Institut in Rosny-sous-Bois bei Paris geschickt.

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