Aktualisiert 30.03.2015 19:11

Germanwings-Absturz

Ermittler haben bisher 600 Leichenteile gesichert

Die Bergungsarbeiten an der schwer zugänglichen Absturzstelle gehen nur langsam voran. Bisher wurde kein einziger vollständiger Körper entdeckt.

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Am 24. März 2015 stürzte eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ab. 150 Personen kamen ums Leben.

Am 24. März 2015 stürzte eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ab. 150 Personen kamen ums Leben.

Keystone/Guillaume Horcajuelo
Der Pilot Andreas Lubitz hatte das Flugzeug absichtlich abstürzen lassen.

Der Pilot Andreas Lubitz hatte das Flugzeug absichtlich abstürzen lassen.

epa/Foto-team-mueller
Der Pilot hatten den Airbus 320 vor dem Crash absichtlich beschleunigt.

Der Pilot hatten den Airbus 320 vor dem Crash absichtlich beschleunigt.

Alle Einzelheiten, die am Freitag bekannt wurden, finden Sie in unserem Liveticker:

Der mutmasslich für den Absturz der Germanwings-Maschine verantwortliche Kopilot ist am Unglückstag krankgeschrieben gewesen. Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf teilte am Freitag mit, vieles deute darauf hin, dass der 27-Jährige eine Erkrankung seinem Arbeitgeber und seinen Kollegen verschwiegen habe. Darauf deuteten beschlagnahmte medizinische Unterlagen hin. Zudem sei eine zerfetzte Krankschreibung für den Tag des Unglücks entdeckt worden.

Kein Abschiedsbrief

Ob die Krankheit körperlicher oder psychischer Natur war, blieb unklar. Das Universitätsklinikum in Düsseldorf bestätigte, dass der Kopilot in den vergangenen zwei Monaten dort in Behandlung war. Einzelheiten wollte das Krankenhaus nicht nennen, es dementierte aber Medienberichte, wonach der junge Mann dort wegen Depressionen behandelt wurde.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Kopiloten in Düsseldorf und des Hauses seiner Eltern in Montabaur seien weder ein Abschiedsbrief noch Hinweise auf irgendeine politische oder religiöse Motivation für seine Handlung gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Am Dienstag war das Flugzeug des deutschen Billigfliegers auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Alle 150 Menschen an Bord starben, darunter 75 Deutsche.

Lücke in der Ausbildung

Die französische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der zum Zeitpunkt des Absturzes allein im Cockpit sitzende 27-Jährige das Flugzeug absichtlich gezielt zum Absturz gebracht habe. Über seine Motive gab es aber keine gesicherten Informationen.

Der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr sagte, es gebe eine mehrere Monate lange Lücke bei der sechs Jahre dauernden Ausbildung des Kopiloten. Danach habe er alle medizinischen Tests durchlaufen und auch sein Flugtraining fortgesetzt.

Bei der US-Luftfahrtbehörde FAA erwarb Lubitz eine Privatpiloten-Lizenz. Die Angaben, dass dafür bei ihm auch psychische Probleme wie Psychosen, bipolare und Persönlichkeitsstörungen ausgeschlossen werden müssen, haben sich als falsch erwiesen.

Ein Arbeitskollege erzählt der «Bild»: «Als ich mit ihm flog, erzählte er von seiner Ausbildung und wie glücklich er sei. Er sagte, dass er bald Langstrecke fliegen und Kapitän werden wollte.» Lubitz habe das Flugzeug gut beherrscht, sagt Pilot Frank Woiton. «Deshalb habe ich ihn auch allein im Cockpit gelassen, um zur Toilette zu gehen.»

Zwei-Personen-Regel im Cockpit

Angesichts des Unglücks empfahl die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA am Freitag, dass auf Verkehrsflugzeugen verpflichtend immer zwei Personen im Cockpit sein müssten. Mehrere Airlines, wie etwa die Lufthansa und damit auch Tochter Germanwings, haben das bereits zugesagt.

Am Absturzort der Maschine in den französischen Alpen wurden mittlerweile 400 bis 600 Leichenteile geborgen. Es sei aber noch kein vollständiger Körper gefunden worden, teilte die Polizei mit.

Das geschah am Donnerstag:

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