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Bericht zum FlugzeugabsturzErmittler löschten Hinweis über Warnsystem

Die Ermittler des Absturzes der Air-France-Maschine geraten immer mehr unter Druck. Sie sollen einen Hinweis über ein verwirrendes Warnsystem aus dem Bericht gelöscht haben, das die Piloten verwirrt haben könnte.

Kurz nach der Veröffentlichung eines Zwischenberichts zum Absturz einer Air-France-Maschine geraten die französischen Ermittler unter Druck. Sie hatten offenbar einen Hinweis auf ein verwirrendes Warnsystem aus ihrem Bericht gestrichen.

Der Hinweis auf das verwirrende Verhalten der sogenannten Überzieh-Warnung (»Stall-Warning») im Air-France-Cockpit zum Zeitpunkt des Absturzes sei kurz vor der Veröffentlichung aus dem Zwischenbericht entfernt worden. Dies berichteten am Mittwoch übereinstimmend mehrere französische Medien.

Ermittler wollen Sicherheitsempfehlung

Nachdem die Streichung bekannt geworden ist, erwägen die Ermittler nun eine Sicherheitsempfehlung. Die Fluggesellschaft Air France hat deswegen bereits die europäische Luftfahrtbehörde AESA kontaktiert, berichtete die Wirtschaftszeitung «Les Echos».

Kurz vor dem Unglück über dem Atlantik im Jahre 2009 hatte die Überzieh-Warnung eine knappe Minute lang akustischen Alarm gegeben. Sie war verstummt, nachdem der Airbus fürs Fliegen zu langsam geworden war, also schon durchsackte. Später dann schaltete sich das Warnsignal mehrmals kurz wieder ein.

Keine Empfehlung für Überziehwarnung

Der Leiter der französischen Flugunfallbehörde BEA, Jean-Paul Troadec, hatte bei der Vorstellung eines dritten Zwischenberichts zu dem Unglück eingeräumt, dass der Alarm die Besatzung verwirrt haben könnte. Auch Air France hatte auf das verwirrende Verhalten der Überzieh-Warnung hingewiesen.

In ihrem Bericht hatten die Ermittler das Verhalten der Piloten des abgestürzten Airbus A330-200 in Frage gestellt, die nicht angemessen auf die Situation reagiert hatten. Die Flugunfallbehörde hatte mehrere Sicherheitsempfehlungen herausgegeben.

Sie bezogen sich auf den Flugbetrieb, die Flugzeugzulassung und die Flugschreiber, nicht aber die Überziehwarnung. Sie ist ein wichtiges Hilfsmittel an Bord, die die Piloten eindringlich vor zu langsamer Geschwindigkeit warnt.

Wachsende Zweifel

Die Hinterbliebenen der Opfer halten die Untersuchung mittlerweile für diskreditiert. Die Vereinigung «Entraide et Solidarité AF447» sprach von einer «Vertrauenskrise».

Die Hast, mit der die Behörde die Piloten des Unglück-Airbus als Schuldige an dem Absturz porträtieren wolle, habe Skepsis aufkommen lassen. Ähnlich äusserte sich auch die französische Pilotengewerkschaft SNPL, die nun erwägt, sich aus der Untersuchung zurückzuziehen. Bei dem Flugzeugabsturz waren 228 Menschen ums Leben gekommen.

(sda)

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