Prince ist tot: Ermittler schliessen Überdosis oder Suizid aus

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Prince ist totErmittler schliessen Überdosis oder Suizid aus

Nach dem unerwarteten Tod der Pop-Ikone liegen die ersten Ergebnisse der Autopsie vor. Die Todesursache wird aber möglicherweise erst in Wochen geklärt sein.

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kat

Zur Todesursache von Prince liegen bereits die ersten Ermittlungsergebnisse vor. (Video: Reuters)

Nach dem Tod des US-Popstars Prince hat die Obduktion zunächst keine konkreten Hinweise auf die Ursache seines Sterbens gebracht. Behördenvertreter sagten heute im US-Bundesstaat Minnesota, Suizid und eine Überdosis Drogen können ausgeschlossen werden. Bis zum endgültigen Bericht der Gerichtsmediziner werden noch mehrere Wochen verstreichen.

«Wir haben zu diesem Zeitpunkt keinen Grund zu glauben, dass dies ein Suizid war», sagte der Polizeichef Jim Olson des Verwaltungsbezirks Carver County, in dem das Anwesen des Musikers liegt. Nach seinen Angaben wurden auf dem Körper auch keine Spuren von äusseren Gewalt gefunden.

Die toxikologischen Untersuchungen könnten laut der Ermittler noch Wochen in Anspruch nehmen. Der Leichnam des Musikers sei mittlerweile der Familie übergeben worden.

Promi-Website heizt Gerüchteküche an

Laut der Promi-Website «TMZ» soll Prince knapp eine Woche vor seinem Tod wegen einer Überdosis behandelt worden. Nach der nicht geplanten Zwischenlandung seiner Maschine am vergangenen Freitag in der Stadt Moline im US-Bundesstaat Illinois sei dem 57-Jährigen dort im Spital ein sogenannter Save Shot gespritzt worden – das übliche Gegenmittel gegen eine Überdosis an Opiaten, schrieb die Promi-Website unter Berufung auf mehrere Quellen in Moline.

Prince ist tot

Demnach wollten die Ärzte, dass Prince 24 Stunden zur Beobachtung in der Klinik bleibt. Der Star habe das Spital aber nach drei Stunden wieder verlassen, weil er kein Privatzimmer bekommen habe. Vergangene Woche hatte es laut Medienberichten geheissen, Prince sei wegen einer Grippe in das Spital gebracht worden. Demnach fühlte er sich nach einem Konzert in Atlanta derart unwohl, dass sein Privatjet in Moline zwischenlanden musste. Zuletzt hatte Prince aus gesundheitlichen Gründen Medienberichten zufolge auch zwei Konzerte abgesagt. Am Samstag erschien er zu einer Tanzparty in Paisley Park, wo seine Aufnahmestudios stehen.

Erfolglose Wiederbelebungsversuche

Prince war am Donnerstag nach Angaben der Polizei leblos in einem Aufzug von seinen Paisley-Park-Studios nahe Minneapolis aufgefunden worden. Die Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, um 10.07 Uhr (Ortszeit) wurde er für tot erklärt.

Die Polizei schliesst ein mögliches Fremdeinwirken nicht aus. Allerdings sei es noch viel zu früh, um dies zweifelsfrei festzustellen, sagte der Hilfssheriff im Bezirk Carver County im US-Staat Minnesota. Dass es ein Fremdeinwirken gegeben haben könnte, werde aber derzeit «weder vermutet noch nicht vermutet», fügte er hinzu.

Songwriter, Arrangeur und Instrumentalist

Der als Prince Rogers Nelson am 7. Juni 1958 in Minneapolis geborene Sänger, Songwriter, Arrangeur und Instrumentalist galt als einer der einfallsreichsten Musiker seiner Generation. Er verarbeitete Einflüsse von James Brown, den Beatles und Jimmy Hendrix. Von Hendrix übernahm er seinen Gitarrenstil, beim Gesang wechselte er zwischen nasalen Klängen und erotischem Falsett.

Seinen Durchbruch feierte er Ende der 1970er-Jahre mit dem Hit «Wanna Be Your Lover». Zu seinen bekanntesten Alben im folgenden Jahrzehnt gehören «1999» und «Purple Rain». Weitere Erfolge waren die Titel «Little Red Corvette», «Let's Go Crazy» und «When Doves Cry».

Wegweisend für die 80er

2004 wurde Prince in die Rock 'n' Roll Hall of Fame aufgenommen. Er habe eine Synthese aus schwarzem Funk und weissem Rock geschaffen, die Wegbereiterin für die Musik der 80er-Jahre gewesen sei, hiess es zur Begründung. «Von Anfang an waren Prince und seine Musik androgyn, listig, sexy und provokant.» Beeinflusst hat er unter anderem Grössen wie Sinéad O'Connor und Cyndi Lauper.

Prince selbst kämpfte verbissen um seine künstlerische Unabhängigkeit und stritt sich mit seiner Plattenfirma nicht nur um die Kontrolle über sein Werk, sondern sogar um seinen Namen. Aus Protest gegen Warner Bros. schrieb er sich einst das Wort «Slave» (Sklave) über sein Gesicht. Vor wenigen Jahren schloss er dann erneut einen Vertrag mit Warner – allerdings zu anderen Bedingungen. «Was jetzt eingetroffen ist, ist genau die Stellung, in der ich immer sein wollte», sagte er 2014 der AP dazu.

Nach der Todesnachricht versammelten sich im Regen die ersten Trauernden vor Princes Studio in Paisley Park. Der 32-jährige Steven Scott sagte, er sei am Samstag bei der Tanzparty mit Prince gewesen. Dessen Botschaft sei gewesen, dass sich die Menschen lieben sollten. «Er hat die Leute aus den richtigen Gründen zusammengebracht», sagte Scott.

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