Aktualisiert 09.02.2011 21:11

LuzernErmittlungen gegen Juso

Dieser Schuss ging nach hinten los: Nach einer Aktion gegen Schusswaffen laufen nun Ermittlungen gegen den Luzerner Juso B.T.*– weil er eine Spielzeugwaffe trug.

von
Markus Fehlmann
Wegen dieser Aktion für die Waffeninitiative wird nun gegen Juso B.T.* ermittelt.

Wegen dieser Aktion für die Waffeninitiative wird nun gegen Juso B.T.* ermittelt.

Mit einer eigenwilligen Inszenierung des Apfelschusses von Wilhelm Tell wollte die See­taler Juso am Montag in Luzern nochmals Stimmung für ein Ja zur Waffenschutzinitiative machen (20 Minuten berichtete). Doch nun droht der Partei Ärger. «Wir ermitteln gegen eine Person wegen illegalen Waffentragens», sagte Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Polizei, gestern auf Anfrage. Grund: Bei der inszenierten ­Tötung von Tells Sohn Walter hantierte Juso-Mitglied B.T. mit einer Spielzeug-Pistole. Der betroffene Jungpolitiker kann die Aufregung nicht verstehen. «Für mich sind die Ermittlungen ein schlechter Witz. Es war ja gar keine echte Waffe.»

Bloss: Seit Ende 2008 sind auch Spielzeugwaffen an öffentlich zugänglichen Orten verboten, sofern eine Verwechslungsgefahr mit echten Feuerwaffen besteht. Laut dem Waffengesetz droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. «Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine echte oder nur um eine Imitation handelt», sagt Simone Rusterholz vom Rechtsdienst des Bundesamtes für Polizei.

Trotz allem Ungemach zeigte der Jungpolitiker gestern Galgenhumor: «Immerhin hat unsere Aktion Beachtung gefunden.»

*Name der Redaktion bekannt

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