Aktualisiert 01.04.2010 16:35

GraubündenErmittlungen gegen Schummler

Die Aufnahmeprüfung fürs Gymi ist bekanntlich nicht einfach. Da wäre es schön, wenn man die Antworten bereits vorher wüsste - dachten sich Bündner Schüler. Das hat jetzt Konsequenzen.

Es geschah Mitte März bei den Aufnahmeprüfungen ans Bündner Gymnasium. Einige Schülerinnen und Schüler wussten schon vor Beginn, was sie an der Deutschprüfung erwartet. Das stiess der Schulbehörde sauer auf. Sie reichte die bei der Staatsanwaltschaft wegen widerrechtlichen Verhaltens Strafanzeige ein.

Im Rahmen der Strafuntersuchung sei bekannt geworden, dass einige Schülerinnen und Schüler vor Prüfungsbeginn auf elektronischem Weg in den Besitz einzelner Aufgaben der Prüfung Deutsch als Erstsprache gelangt seien, teilte das Bündner Amt für Höhere Bildung am Donnerstag mit.

Kein Einfluss auf die Resultate

Die Prüfungen wurden durch das mutmasslich widerrechtliche Verhalten allerdings nicht beeinflusst. Die Deutschprüfung ist laut Amtsangaben auch ohne die illegal verbreiteten Prüfungsaufgaben vollwertig. Deshalb seien diese Aufgaben für die Beurteilung der Prüfungserfolge nicht berücksichtigt worden.

Wieviele Schülerinnen und Schüler in den Besitz der Prüfungsfragen gelangten und auf welche Art und Weise, konnte Martin Michel, stellvertretender Leiter des Amtes für Höhere Bildung, auf Anfrage nicht sagen. Das sei Gegenstand der Strafuntersuchung. Das Bildungsamt prüft nun «geeignete Massnahmen, um in Zukunft ähnliche Fälle zu vermeiden».

Die Aufnahmeprüfungen ans Gymnasium sowie an die Fach- und Handelsmittelschule wurden gleichzeitig durchgeführt. 470 Kanidatinnen und Kandidaten waren angetreten. 183 bestanden die Prüfung fürs Gymnasium, 144 jene für die Handels- und Fachmittelschule. (sda)

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