26.08.2020 04:59

«Rahmchöpfli statt Panna Cotta»Ernährungsforscher will mit Alpen-Spezialitäten Europa erobern

Das ehemalige Kapuzinerkloster ist nun ein Mekka für Alpen-Kulinarik. Im Culinarium Alpinum gibt es Restaurant, Herberge und Bildungsangebote. Es soll helfen, den Food-Standort Schweiz besser zu positionieren.

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Mit dem Culinarium Alpinum öffnet ein Zentrum für alpine Kochkunst seine Tore in Stans.

Mit dem Culinarium Alpinum öffnet ein Zentrum für alpine Kochkunst seine Tore in Stans.

keystone-sda.ch
Ernährungsforscher Dominik Flammer erarbeitete das Konzept für das Culinarium Alpinum. Er möchte damit den Kulinarik-Standort Schweiz im europäischen Vergleich stärken.

Ernährungsforscher Dominik Flammer erarbeitete das Konzept für das Culinarium Alpinum. Er möchte damit den Kulinarik-Standort Schweiz im europäischen Vergleich stärken.

KEYSTONE/URS FLUEELER
Regionale Gerichte sind denn auch im Restaurant des Hauses angesagt. Das Lokal hat 70 Sitzplätze, dazu eine Terrasse und den Klostersaal für Bankette.

Regionale Gerichte sind denn auch im Restaurant des Hauses angesagt. Das Lokal hat 70 Sitzplätze, dazu eine Terrasse und den Klostersaal für Bankette.

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Darum gehts

  • Das ehemalige Kapuzinerkloster in Stans ist jetzt ein Zentrum für Kochkunst.
  • Das Culinarium Alpinum hat ein Restaurant, das sich auf regionale Gerichte spezialisiert hat.
  • Weiter werden auch Kurse zur Esskultur des Alpenraums angeboten.

Mit seinem Angebot aus Gastronomie und Bildung wolle das Culinarium Alpinum das Bewusstsein für alpine Regionalkulinarik schweizweit und über die Landesgrenzen hinaus stärken, teilten die Betreiber am Dienstag anlässlich der Eröffnung mit. Kurator Dominik Flammer sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, man wolle dazu beitragen, den hiesigen Kulinariktourismus besser zu positionieren.

Die Schweiz stehe diesbezüglich in einem Konkurrenzkampf etwa mit Skandinavien oder Österreich. Er verwies auf den Trend, wonach Gäste vermehrt die für eine Region typischen Speisen kosten wollten.

Regionale Gerichte sind denn auch im Restaurant des Hauses angesagt. Das Lokal im ehemaligen Kapuzinerkloster in Stans hat 70 Sitzplätze, dazu eine Terrasse und den Klostersaal für Bankette.

Wurst und Rahmchöpfli

Ein weiteres Standbein sind Kurse zur Esskultur des Alpenraums mit seinen Produkten und wie diese verwendet werden können. Im Angebot stehen etwa ein Bratwurstkurs, ein Sauerteig-Workshop oder «Rahmchöpfli statt Panna Cotta».

Zielpublikum seien einerseits Laien, sagte Flammer. Das Culinarium Alpinum arbeite aber auch mit Branchenverbänden aus Landwirtschaft oder Gastro zusammen und entwerfe etwa thematische Seminare. Es sei denn auch das Ziel, für Landwirte Absatzmöglichkeiten zu schaffen.

Im ehemaligen Kloster gibt es zudem 14 Herbergenzimmer, einen Alpsbrinzkeller, eine Schulküche und einen Klosterladen. Trägerschaft des Projekts ist die Stiftung des kulinarischen Erbes der Alpen (Keda). Laut Flammer dürfte das Haus dereinst rund 30 Arbeitsplätze bieten.

Bewegte Geschichte

Die 1582 gegründet Kapuzinerniederlassung war eine der ältesten nördlich der Alpen. 2004 schloss der Orden das Kloster wegen spärlichem Nachwuchs und Überalterung. Der Kanton Nidwalden kaufte die Liegenschaft damals für 1 Million Franken.

2008 überliess Nidwalden das ehemalige Kloster der Biotechnologiefirma Mondobiotech im Baurecht für 60 Jahre. Der englische Architekt Norman Forster, der unter anderem die Berliner Reichstagskuppel entworfen hatte, sollte das Haus umbauen. Doch soweit kam es nicht. Das Unternehmen geriet schon bald in finanzielle Schieflage. 2014 kaufte der Kanton das Baurecht für 1 Franken zurück.

In der Folge führte er einen Investorenwettbewerb für die denkmalgeschützte Anlage durch. Aus dieser war die Idee für das Kulinarikkompetenzzentrum als Siegerin hervorgegangen. Das Haus wurde in den vergangenen eineinhalb Jahren sanft renoviert. Insgesamt seien rund 14 Millionen in den Umbau investiert worden, sagte Flammer. Die nicht gewinnorientierte Stiftung Keda erhalte die Gebäude zur Kostenmiete von der Investorin.

(SDA)

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