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SonnenbarschErneut hat ein Fisch zugebissen

Bissige Fische treiben diesen Sommer in Schweizer Seen und Flüssen ihr Unwesen. Jetzt schnappte in der Aare ein Sonnenbarsch nach einem Badegast.

von
ale

Es ist Mittwochnachmittag, die Schweiz leidet unter den Hundstagen. Nicole Egloff aus Aarau will sich in der Aare etwas Abkühlung verschaffen. In der Nähe der Kettenbrücke steigt sie in den Fluss.

Zur gleichen Zeit am gleichen Ort dreht ein farbenfroher Fisch seine Runden. Dass sich Nicole Egloff ausgerechnet sein Revier für einen Sprung ins Nass ausgesucht hat, scheint ihm gar nicht zu passen. «Plötzlich merkte ich, dass sich etwas an meinem Bein festbeisst», sagt die Aarauerin einen Tag später der «Aargauer Zeitung». «Es war nicht schmerzhaft, aber ich bin ganz schön erschrocken.»

Verwundert ist sie auch über die auffällige Zeichnung des Fischs: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Tier heimisch ist.» Egloff vermutet, dass es sich bei dem Tier um einen ausgesetzten Aquariumfisch handelt.

Auch René Urs Altermatt, kantonaler Jagd- und Fischerei-Verwalter, teilt diesen Verdacht. «Es setzen immer wieder Menschen ihre Fische im Fluss aus», so Altermatt gegenüber der «Aargauer Zeitung».

Verdächtigem auf der Spur

Für Rolf Kaderli, Inhaber des Roka-Zierfischhandels, ist der Fall klar. «Sehr wahrscheinlich handelt sich um einen Sonnenbarsch», sagt er der «Aargauer Zeitung». Der fleischfressende Fisch ist mit seinen roten, schwarzen und gelben Tupfen kaum zu übersehen. Der Barsch stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist unterdessen aber auch in zahlreichen Gewässern Europas zu finden.

«Kommt jemand dem Nest zu nahe, verteidigen Sonnenbarsche ihre Brut. Das kann schon mal zwicken», erklärt Fischerei-Experte Andreas Hertig das Verhalten des Fischs gegenüber 20 Minuten. Doch für Hertig gibt es keinen Grund zur Aufregung: «Sonnenbarsche sind gerade mal sieben bis zwanzig Zentimeter lang und keine wirkliche Gefahr.»

Nicht der erste Fall in diesem Sommer

Der Fall in Aarau war nicht die erste Beissattacke diesen Sommer. Erst am Sonntag war im Elsass ein Piranha aus dem Ill gezogen worden. Die Anglervereinigung geht davon aus, dass ein Aquariumbesitzer den Fisch freigelassen hat. Zuvor machte schon ein Zander im Lago Maggiore bei Tenero von sich reden. Der Fisch attackierte mehrere Badegäste. Ein Polizeitaucher machte schliesslich kurzen Prozess und erlegte das «Ungeheuer» mit einer Harpune.

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