Aktualisiert 30.04.2016 08:36

Kalifornien

Erneut Krawalle bei Auftritt von Trump

Am Rande einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump sind 17 Personen festgenommen worden. Der Republikaner musste über die Hintertür ins Hotel, in dem er seine Rede hielt.

von
afo

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump ist im wichtigen Vorwahlstaat Kalifornien mit teils gewaltsamen Protesten empfangen worden. Nach einer Wahlkampfrede des 69-Jährigen im Süden des Bundesstaates kam es in der Nacht zum Freitag zu Krawallen und mindestens 17 Festnahmen.

Fünf Streifenwagen wurden beschädigt und ein Polizist von einem Stein am Kopf getroffen. Hunderte protestierten am Freitag auch vor einem Hotel in dem Ort Burlingame, in dem Trump vor Mitgliedern der Republikanischen Partei Kaliforniens sprach.

Während seiner halbstündigen Rede forderte Trump die Republikaner auf, sich hinter ihm zu vereinen. Er liess aber auch eine Warnung vom Stapel: «Es muss Einheit in unserer Partei geben. Würde ich – kann ich – ohne sie gewinnen? Ich denke schon, um ehrlich zu sein, weil sie für mich stimmen werden», sagte Trump.

Polizei mit Eiern beworfen

Trump-Anhänger waren in Strömen in den Ballsaal des Hotels gekommen, um ihren Kandidaten zu sehen und zu bejubeln. Parteimitglieder und Geldgeber sassen direkt neben der Bühne und wurden durch ein Seil vom Rest der Zuschauer getrennt.Viele von ihnen verfolgten die Ansprache mit eisigem Blick. Ein Aktivist und Unterstützer des Rivalen John Kasich, Gregory Gandrud, sagte später bloss: «Wir haben alle höflich zugehört.»

Von Höflichkeit war vor dem Hotel nichts zu spüren. Hunderte Demonstranten blockierten die Zufahrtsstrasse zu dem Hotel nahe dem Flughafen von San Francisco und skandierten Parolen gegen Trump. Einige gelangten auch in das Gebäude und entrollten ein Banner mit der Aufschrift «Stop Hate». Andere bewarfen Polizisten mit Eiern.

Ein Anhänger gerät in Handgemenge

Wie auf Bildern von US-Fernsehsendern zu sehen war, brachte der Secret Service den Präsidentschaftsanwärter und sein Team über einen Hintereingang ins Hotel, offensichtlich, um eine Konfrontation zu vermeiden. Trump selbst sagte dazu zu Beginn seiner Rede, er habe sich gefühlt, als ob er eine Grenze überschritten habe.

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort, um ähnliche Szenen wie Donnerstagnacht zu verhindern. Kritiker von Trump hatten zunächst friedlich gegen den Milliardär demonstriert, während dieser im Orange County südlich von Los Angeles in einer Arena auf dem Messsegelände eine Rede hielt. Nach Ende der Veranstaltung lief die Demonstration nach Angaben der Polizei aber aus dem Ruder.

Mindestens ein Anhänger Trumps geriet beim Verlassen der Arena in ein Handgemenge und blutete im Gesicht. Ein Mann sprang auf ein Polizeiauto und zerstörte Scheiben, während andere Demonstranten den Wagen besprayten. Hunderte Menschen blockierten die Strasse, so dass Trumps Unterstützer nicht wegfahren konnten. Sie schwenkten mexikanische Flaggen. Drei Stunden nach dem Ende von Trumps Rede löste sich die Menge langsam auf.

Trump fehlen noch 241 Stimmen

Trump hatte sich bei der Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner abfällig über Einwanderer aus Mexiko geäussert und auch mit Bemerkungen über Muslime und Frauen Kontroversen ausgelöst.

In Kalifornien stehen im Juni Vorwahlen an. Üblicherweise ist zu diesem Zeitpunkt bereits ein Kandidat festgelegt, doch diesmal könnte dort die Entscheidung fallen. Denn in dem grossen Staat werden 172 Delegiertenstimmen vergeben. Trump steht derzeit bei 996 und muss vor dem Parteitag der Republikaner 1237 erreichen. Ansonsten könnte es eine Kampfabstimmung geben. (afo/sda)

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