Krawalle: Erneute Ausschreitungen in Athen
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KrawalleErneute Ausschreitungen in Athen

In Athen ist es erneut zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Eine zunächst friedliche Demonstration führte zu stundenlangen Ausschreitungen.

Mehrere tausend Menschen zogen zunächst friedlich durch die Athener Innenstadt. Später schleuderte eine Gruppe vermummter Jugendlicher Steine und Leuchtfackeln auf Sicherheitskräfte, die daraufhin Tränengas und Blendgranaten einsetzten. Bei den stundenlangen Ausschreitungen wurden Berichten zufolge mindestens fünf Menschen verletzt, Medien berichteten von mehr als 60 Festnahmen.

Etliche der Festgenommenen hätten sich gar nicht an der Gewalt beteiligt, erklärten Demonstranten. Unter ihnen seien auch 15 Anwälte. Vor der Athener Polizeiwache versammelten sich Dutzende Demonstranten und forderten die Freilassung der Festgenommenen.

Nach wochenlangen Ausschreitungen und Protesten im Dezember hat die Regierung von Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis ein hartes Vorgehen gegen gewalttätige Demonstranten angekündigt. Der stellvertretende Innenminister Christos Markoyiannakis, der erst in dieser Woche sein Amt antrat, setzt sich für ein toleranzloses Vorgehen gegen Kriminalität ein. Ihm untersteht die Polizei.

Am Freitag waren in Athen insgesamt drei Protestzüge geplant, unter anderem gegen eine geplante Bildungsreform. An einer Demonstration gegen die israelischen Angriffe im Gazastreifen beteiligten sich rund 2.000 Menschen. Auf den Strassen waren zahlreiche Polizisten im Einsatz.

Studenten bewachen Universitätsgebäude

Studenten und Universitätsmitarbeiter bewachten Gebäude der Polytechnischen Hochschule in der Innenstadt, um zu verhindern, dass Demonstranten den Campus als Rückzugsgebiet nutzen. Die Polizei darf Universitätsgebäude nicht betreten. Während der Unruhen im Dezember hatten Demonstranten dort Brandbomben gelagert. «Das wichtigste ist, sie daran zu hindern, hineinzugelangen», sagte der Rektor, Konstantinos Moutzouris, der Nachrichtenagentur AP.

Zu den Ausschreitungen im Dezember kam es nach dem tödlichen Schuss auf einen 15-Jährigen bei einem Polizeieinsatz in Athen. Die Unruhen weiteten sich auf ganz Griechenland aus. Vermummte Demonstranten griffen damals mehrfach Polizisten mit Brandbomben und Steinen an. Am Montag schossen mutmassliche Extremisten in Athen einen Polizisten nieder und verletzten ihn lebensgefährlich. Nach Angaben von Ärzten musste sich der 21-Jährige am Freitag einer weiteren Notoperation unterziehen.

(dapd)

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