Berner Innenstadt : Erneute Demo gegen «sozialen Kahlschlag»

Aktualisiert

Berner Innenstadt Erneute Demo gegen «sozialen Kahlschlag»

Der bernische Grosse Rat ist auf Sparkurs: Nächste Woche will er über massive Leistungskürzungen im Sozialwesen debattieren. Dagegen gingen junge Leute auf die Strasse.

von
miw
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Am Samstagnachmittag demonstrieren junge Leute gegen die Sparmassnahmen des Kantons im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen.

Am Samstagnachmittag demonstrieren junge Leute gegen die Sparmassnahmen des Kantons im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen.

Keystone/Peter Klaunzer
Die Demonstrierenden wehren sich mit ihrem Umzug gegen das kantonale Sparpaket, über das der Grosse Rat vergangene Woche beraten hat und das auch nächste Woche Thema im Parlament sein wird.

Die Demonstrierenden wehren sich mit ihrem Umzug gegen das kantonale Sparpaket, über das der Grosse Rat vergangene Woche beraten hat und das auch nächste Woche Thema im Parlament sein wird.

Keystone/Peter Klaunzer
«Im Parlament gibt es aktuell nicht genügend wirksamen Widerstand gegen den sozialen Kahlschlag», schreibt das Komitee in einer Mitteilung.

«Im Parlament gibt es aktuell nicht genügend wirksamen Widerstand gegen den sozialen Kahlschlag», schreibt das Komitee in einer Mitteilung.

Keystone/Peter Klaunzer

Unter dem Motto «Wir sehen schwarz» sind am Samstagnachmittag mehrere hundert Demonstrierende durch die Berner Innenstadt gezogen. Sie wehren sich gegen die vom Kantonsparlament bereits beschlossenen oder noch drohenden Sparmassnahmen.

Zur «Spontandemonstration» aufgerufen hatte das Kollektiv Sozialen Kahlschlag Stoppen, das bereits die Kundgebung vom vorletzten Mittwoch organisiert hatte. Damals demonstrierten rund 1000 Personen gegen das Sparpaket, mit dem der Kanton Bern mittelfristig pro Jahr 185 Millionen Franken einsparen will.

Am Samstag folgten mehrere hundert Personen, unter ihnen viele junge Menschen, dem kurzfristigen Aufruf zur erneuten Kundgebung. Sie protestierten mit Sprechchören – «Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut» – und Transparenten mit der Aufschrift «Armut lässt sich nicht wegsparen».

Laut den Organisatoren war die Kundgebung beim Polizeiinspektorat angemeldet worden. Die Demonstration verlief friedlich. Es kam kurzfristig zu Behinderungen des öffentlichen Verkehrs in der Innenstadt. Die Polizei begleitete den Umzug mit einem diskreten Aufgebot.

«Nicht genügend Widerstand im Grossen Rat»

Der Grosse Rat wird seine Spardebatte am Montag fortsetzen. Anschliessend wird er über eine umstrittene Revision des Sozialhilfegesetzes beraten, die massive Leistungskürzungen vorsieht. Im Parlament gebe es derzeit nicht genügend wirksamen Widerstand gegen den «sozialen Kahlschlag», schreibt das Kollektiv. «Deshalb müssen wir als Betroffene zusammenstehen.

Das Kollektiv wird von rund 20 Organisationen und Parteien unterstützt. Zu ihnen gehören etwa der Verband der Sozialarbeiter AvenirSocial Bern, die Grünen Kanton Bern, die SP Stadt Bern und das Komitee der Arbeitslosen und Armutsbetroffenen Bern.

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