Aktualisiert 02.11.2011 05:05

Katastrophe in Japan

Erneute Kernspaltung in Fukushima?

An dem schwer beschädigten japanischen AKW Fukushima ist erneut ein Problem aufgetreten. Radioaktives Xenon wurde entdeckt, was auf einen Fehler in einem der Reaktoren hindeutet.

Aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ist wieder ein Vorfall gemeldet worden. In einem der Reaktoren seien Hinweise auf eine erneute Kernspaltung entdeckt worden, teilte das Betreiberunternehmen Tepco am Dienstag mit. Vorsorglich sei über eine Kühlwasserleitung Borsäure in die Anlage geleitet worden, um eine mögliche Kettenreaktion zu verhindern.

Ein Anstieg der Temperatur, des Drucks oder der Radioaktivität in dem Reaktor wurde laut Tepco nicht gemessen. «Wir haben bestätigt, dass der Reaktor stabil ist, und wir glauben nicht, dass dies (der Vorfall) einen Einfluss auf unsere künftige Arbeit haben wird», sagte Tepco-Sprecher Osamu Yokokura. Ausserhalb des Kraftwerks sei keine Radioaktivität festgestellt worden.

Auch ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde, Hiroyuki Imari, sagte, man gehe nicht davon, dass es sich um ein grösseres Problem handele. Es sei jedoch eine Untersuchung über die Ursache aufgenommen worden.

In Fukushima hatte sich am 11. März infolge der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986 ereignet. Zehntausende Menschen in der Umgebung mussten evakuiert werden. Immer noch besteht um das Kraftwerk eine 20-Kilometer-Sperrzone. Die Stilllegung von Fukushima wird nach Einschätzung eines Expertengremiums mindestens 30 Jahre dauern. (dapd)

Mehr Atomenergie weltweit

Ungeachtet der Nuklearkatastrophe in Fukushima erwartet die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), dass die Zahl der Kernkraftwerke in den nächsten Jahrzehnten stetig zunimmt. Zu den Ländern, die den Bau neuer Atomreaktoren erwägen, gehören die beiden bevölkerungsreichsten Länder Welt, China und Indien, berichtete IAEA-Direktor Yukiya Amano am Dienstagabend vor der UNO- Vollversammlung in New York.

Einige Länder hätten ihre Pläne nach dem Unglück im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi geändert, andere die Sicherheit in ihren Anlagen verstärkt, sagte Amano. 113 Länder hätten sich einem Programm angeschlossen, das die illegale Weitergabe von atomaren Materialien und Technologien verhindern wolle. (sda)

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