Aufruf zu Krawallen in St. Gallen - «Am Sonntag lassen wir es noch einmal richtig eskalieren»
Publiziert

Aufruf zu Krawallen in St. Gallen«Am Sonntag lassen wir es noch einmal richtig eskalieren»

Am Samstag blieb es in St. Gallen friedlich. In den sozialen Medien wird aber bereits zu neuen Versammlungen am Ostersonntag aufgerufen.

von
Christian Holzer

Darum gehts

  • In den sozialen Medien wurde für Samstag erneut zu einem Aufmarsch in St. Gallen aufgerufen – es blieb aber ruhig.

  • Nun kursieren auf den sozialen Medien Aufrufe zu Krawallen am Ostersonntagabend.

  • Laut einem Gewaltexperten könnten sich Ausschreitungen in St. Gallen häufen und noch extremer werden.

Die Polizei rechnete für Samstagabend nicht mit weiteren Ausschreitungen in St. Gallen. Dies wurde an der Medienkonferenz bezüglich der Krawallnacht deutlich. Jedoch wird in den sozialen Medien bereits zu einem erneuten Aufmarsch in St. Gallen aufgerufen. In einer einschlägigen Telegram-Gruppe hat man die Augen auf die St. Galler Polizei gerichtet. «Die Polizei würde sich besser für heute Abend vorbereiten. Jungs und Mädels lasst nicht nach, kommt alle nach St. Gallen», postet ein Mitglied. Es blieb aber ruhig in der Nacht auf Sonntag.

Nun wird für Ostersonntag aufgerufen, sich erneut zu formieren. In den sozialen Medien heisst es auf Mundart: «Wir haben das am Freitag super gemacht. Aber es reicht noch nicht. Sie müssen merken, dass wir es ernst meinen.» Dann folgt der Aufruf, möglichst viele Leute in der Nacht von Sonntag auf Montag zu mobilisieren. «Dann lassen wir es noch einmal richtig eskalieren.»

Auch ein News-Scout, der gestern die Lage in St. Gallen intensiv beobachtete, rechnet mit weiteren Aufmärschen: «Solange die Menschen unzufrieden sind mit der aktuellen Situation, werden sie auch weiterhin kommen.» Er habe mit vielen Beteiligten gesprochen: «Die meisten waren aus der Ostschweiz, manche auch aus Zürich.» Alle seien gekommen, um zu zeigen, dass sie nicht mit den Covid-Massnahmen einverstanden seien. «Die meisten wollten friedlich für ihre Überzeugungen einstehen. Die Gewalt ging von einigen Wenigen aus.» Im Endeffekt hätten nun Personen für Schlagzeilen gesorgt, die sich nur nach St. Gallen begeben hätten, um dort Radau zu machen.

Experte warnt vor Gewaltspirale

Thomas Richter, Leiter des Schweizerischen Institutes für Gewaltprävention, meint dazu: «Solche Ereignisse ziehen Leute an, die gezielt auf Krawalle aus sind.» Letzte Woche seien es Jugendliche aus St. Gallen gewesen, diese Woche seien bereits solche aus der ganzen Deutschschweiz dabei gewesen: «Wenn dies noch weiter solche Kreise zieht, könnte man bei den nächsten Ausschreitungen in St. Gallen gewaltbereite Krawallmacher aus halb Europa haben», so Richter.

1 / 39
Die Polizei kontrolliert eine Gruppe Menschen am Blumenmarkt.

Die Polizei kontrolliert eine Gruppe Menschen am Blumenmarkt.

20min
So sah es auf dem Roten Platz um 23.30 Uhr aus - menschenleer.

So sah es auf dem Roten Platz um 23.30 Uhr aus - menschenleer.

20min
Auch nach 23 Uhr zeigt die St. Galler Polizei Präsenz und kontrolliert vereinzelt Menschen am Bahnhof.

Auch nach 23 Uhr zeigt die St. Galler Polizei Präsenz und kontrolliert vereinzelt Menschen am Bahnhof.

20min

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Online- und Einzelchatberatung für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Deine Meinung