Erneutes Minus bei der Credit Suisse – rettet Saudiarabien die Bank?

Aktualisiert

Ausserordentliche GVErneutes Milliardenminus bei der Credit Suisse – rettet Saudiarabien die Bank?

Die CS rechnet für das vierte Quartal mit einem Verlust von 1,5 Milliarden Franken. Am Mittwoch entscheidet sich in einer GV, ob die Aktionäre rund um die Saudi National Bank das Kapital der CS erhöhen. 

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Am Mittwoch gab die Credit Suisse einen Ausblick auf das vierte Quartal. Erneut fährt die Bank ein Minus ein. 

Am Mittwoch gab die Credit Suisse einen Ausblick auf das vierte Quartal. Erneut fährt die Bank ein Minus ein. 

REUTERS
Am Mittwochvormittag findet eine ausserordentliche Generalversammlung statt. 

Am Mittwochvormittag findet eine ausserordentliche Generalversammlung statt. 

20min/Ela Çelik

Darum gehts

  • Erneutes Minus für die CS: Auch im fünften Quartal in Folge erwartet die angeschlagene Grossbank rote Zahlen. 

  • Am Mittwoch geht es in einer ausserordentlichen Generalversammlung um eine überlebenswichtige Kapitalerhöhung für die Bank. 

  • Die Generalversammlung findet ohne persönliche Beteiligung von Aktionärinnen und Aktionäre statt und wird nicht im Internet übertragen.

Die Credit Suisse rechnet für das vierte Quartal mit einem Verlust von 1,5 Milliarden Franken, wie sie in einer Medienmitteilung bekannt gibt. Insbesondere die tiefroten Zahlen der Investmentbank tragen dazu bei. Damit fährt die angeschlagene Bank im fünften Quartal in Folge ein sattes Minus ein. Gleichzeitig habe sie «mit der raschen Umsetzung von Massnahmen zur Schaffung der neuen Credit Suisse begonnen und spricht von einer «radikalen Umstrukturierung» der Bank.

An der GV sind keine Fragen zugelassen

In einer ausserordentlichen Generalversammlung vom Mittwochvormittag entscheidet sich zudem, ob die Aktionäre der CS das Kapital der Bank erhöhen. Es geht um einen Bruttoerlös von insgesamt etwa vier Milliarden Franken. Die halbstaatliche Saudi National Bank soll 9,9 Prozent der Aktien übernehmen.

Die Generalversammlung am Mittwoch findet ohne persönliche Beteiligung von Aktionärinnen und Aktionäre statt und wird nicht im Internet übertragen. Kritische Fragen der Aktionäre wird es dabei keine geben, denn: Fragen sind nicht zugelassen. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bezeichnete Vincent Kaufmann vom Aktionärsvertreter Ethos die GV deshalb im Vorfeld als «Witz».  

Die Bank will sich nach dem fünften Quartalsverlust in Folge gesund schrumpfen. Sie will sich auf das Schweizer Geschäft sowie Vermögensverwaltung und Asset Management etwa von Pensionskassengeldern konzentrieren. Sie verkleinert die Investmentbank massiv und baut  9000 ihrer 52’000 Stellen ab. Für die Umstrukturierung der krisengeschüttelten Bank sollen Kosten in Höhe von 2,9 Milliarden Franken entstehen.  

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(dpa/fis)

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