Abfahrt Kitzbühel: Erneutes Schweizer Debakel - Paris gewinnt

Aktualisiert

Abfahrt KitzbühelErneutes Schweizer Debakel - Paris gewinnt

Der Italiener Dominik Paris siegt bei der Abfahrt in Kitzbühel. Die Schweizer enttäuschen weiter. Bester Eidgenosse ist Patrick Küng als 16.

Vor den Augen von Vorjahres- und Kitzbühel-Rekordsieger Didier Cuche schwingt sich der Italiener Dominik Paris zum neuen König der Streif auf. Die Schweizer Abfahrer hingegen verpassen die Top 15.

Einen Monat nach seinem Premierensieg im Weltcup - in Bormio (ex-aequo mit Hannes Reichelt) - doppelte Paris am Hahnenkamm bereits nach. Der 23-jährige Südtiroler war vor dieser Saison vor allem für seine guten Gleiterfähigkeiten bekannt gewesen, mittlerweile hat er sich auch im technischen Bereich stark verbessert.

Favoriten geschlagen

Paris setzte sich mit 0,13 Sekunden Vorsprung vor dem Kanadier Erik Guay durch. Bei der letzten Zwischenzeit war der Abfahrts-Weltmeister noch um 17 Hundertstel vor dem späteren Sieger gelegen. Auch der drittklassierte Reichelt war bis zur Hausbergkante noch schneller gewesen. Doch auf den letzten 20 Fahrsekunden büsste der Österreicher noch mehr als eine halbe Sekunde auf Paris ein, der diese letzte Passage in «Cuche-Manier» durchmass.

Geschlagen geben mussten sich die zwei grossen Favoriten: Der Österreicher Klaus Kröll wurde Siebenter (0,73 zurück), der Norweger Aksel Lund Svindal verlor als Zehnter gar mehr als eine Sekunde auf Überraschungssieger Paris. Noch nicht gestartet ist Christof Innerhofer, vor Wochenfrist Sieger am Lauberhorn.

Nächste Schweizer Schlappe

Bester Schweizer wurde Patrick Küng, der sich im 16. Rang klassierte. Der 28-jährige Glarner, der schon letzte Woche in Wengen als 15. für das Top-Resultat aus Swiss-Ski-Sicht gesorgt hatte, verlor auf Paris rund eineinhalb Sekunden. Knapp zwei Sekunden büsste Carlo Janka ein (22.).

Didier Défago seinerseits war vom Start bis nach dem Steilhang und von der letzten Zwischenzeit über die Hausbergkante bis ins Ziel gut unterwegs. Doch der Hahnenkamm-Sieger von 2009 verlor im flacheren Mittelteil viel zu viel Zeit. Damit klassierte sich Défago, dessen 10. Platz von Beaver Creek nach wie vor die beste Abfahrts-Leistung eines Schweizers in dieser Saison darstellt, nur im 25. Rang.

Kitzbühel (Ö). Weltcup-Abfahrt der Männer:

1. Dominik Paris (It) 1:57,56.

2. Erik Guay (Ka) 0,13 zurück.

3. Hannes Reichelt (Ö) 0,36.

4. Andrej Sporn (Sln) 0,58.

5. David Poisson (Fr) 0,60.

6. Max Franz (Ö) 0,61.

7. Klaus Kröll (Ö) 0,73.

8. Kjetil Jansrud (No) 0,89.

9. Georg Streitberger (Ö) 1,01.

10. Aksel Lund Svindal (No) 1,16.

11. Manuel Osborne-Paradis (Ka) 1,23.

12. Werner Heel (It) 1,25.

13. Siegmar Klotz (It) 1,26.

14. Adrien Théaux (Fr) 1,38.

15. Romed Baumann (Ö) 1,45.

16. Patrick Küng (Sz) 1,54.

Ferner: 22. Carlo Janka (Sz) 1,96.

25. Didier Défago (Sz) 2,27.

30. Tobias Grünenfelder (Sz) 2,85.

33. Vitus Lüönd (Sz) 3,13.

38. Silvan Zurbriggen (Sz) 4,34.

41. Marc Berthod (Sz) 4,88.

Ausgeschieden: u.a. Marc Gisin (Sz), Florian Scheiber (Ö), Peter Fill (It), Johan Clarey (Fr), Steven Nyman (USA), Ted Ligety (USA). (si)

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