Dürre in den USA: Ernteausfälle grösser als befürchtet
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Dürre in den USAErnteausfälle grösser als befürchtet

Die Farmer in den USA werden in diesem Jahr deutlich weniger produzieren. Die UNO-Welternährungsorganisation fordert deshalb, die Produktion von Biosprit zu drosseln.

Der Mais vertrocknet auf den Feldern: Das US-Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass im Juli ein Sechstel der Ernte vernichtet wurde.

Der Mais vertrocknet auf den Feldern: Das US-Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass im Juli ein Sechstel der Ernte vernichtet wurde.

Die Rekordhitze in den USA hat weitaus grössere Schäden auf den Feldern angerichtet als bislang gedacht. Das Landwirtschaftsministerium in Washington senkte am Freitag wegen der schlimmsten Dürreperiode im Land seit mehr als 50 Jahren seine Prognose für die Ernte deutlich.

Dies wiederum trieb die ohnehin stark gestiegenen Preise für viele Getreidesorten weiter in die Höhe. Die USA sind der grösste Mais- und Sojaproduzent der Welt.

Für Mais geht das Landwirtschaftsministerium nun von einer Produktion von 10,8 Milliarden Scheffeln (rund 274 Mio Tonnen) aus - das ist der niedrigste Wert seit 2006. Das Ministerium hatte noch im Juli mit rund 13 Milliarden Scheffeln gerechnet.

Das bedeutet, dass durch die Temperaturen von über 40 Grad in vielen Teilen des Landes und die anhaltende Trockenheit binnen eines Monats ein Sechstel der Maisernte vernichtet wurde.

Geringster Ertrag seit 1995 bei Getreideernte

Auch die Getreideernte dürfte in diesem Jahr rund 13 Prozent niedriger ausfallen als 2011. Damit werde der Ernteertrag der geringste seit 1995 sein und die dritte schlechte Getreideernte in Folge.

Dabei nutzen die Farmer heute mehr Flächen zum Anbau als früher. Die amerikanischen Farmer erwarte der niedrigste Flächenertrag seit 17 Jahren, hiess es. Auch bei Sojabohnen drohen massive Ernteausfälle.

Dies beförderte Ängste vor einer weltweiten Verteuerung der Nahrungsmittelpreise, die 2008 in vielen Ländern - darunter in Ägypten, Kamerun oder Haiti - soziale Unruhen ausgelöst hatte. Allein im Juli sind die weltweiten Lebensmittelpreise nach Berechnungen der UNO durchschnittlich um sechs Prozent gestiegen.

USA sollen Biosprit-Produktion drosseln

Nach den jüngsten Angaben der Weltbank von Ende Juli haben die Preise für wichtige Nahrungs- und Futtermittel seit Mitte Juni stark angezogen: der Preis für Weizen um 50 Prozent, der für Mais um 45 Prozent. Der Preis für Soja kletterte seit Anfang Juni um 30 Prozent, seit Ende 2011 sogar um 60 Prozent.

Die Hilfsorganisation Oxfam warnte vor verheerenden Konsequenzen für die Armen. Oxfam und die UNO-Welternährungsorganisation FAO forderten die USA deshalb am Freitag dazu auf, den Anbau von Biosprit zu drosseln. Jetzt müsse die Produktion von Nahrungsmitteln Vorrang haben.

Erschwerend kommt hinzu, dass japanische Meteorologen gestern auch vor einem El Niño gewarnt haben, der bereits aufgetreten sei und möglicherweise bis zum Winter anhalten werde. Das Wetterphänoment, das alle paar Jahre auftritt, führt zu einer starken Erwärmung des Pazifiks, was wiederum unter anderem zu Trockenheit in Australien führt. Das würde bedeuten, dass auch die Getreideernte in Australien gefährdet ist.

An der Börse in Chicago kletterten die Preise für Mais derweil am Freitag auf ein neues Allzeithoch.

(sda)

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