Aktualisiert 03.12.2008 10:32

Eröffnung: Etwas schwächer - Gegenreaktionen und Nestlé belasten

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit einer etwas schwächeren Tendenz in den Handel gestartet. Zwar wiesen die Vorgaben der Börsen in den USA und Asien auf einen positiven Handelsstart hin, doch nach der leichten Erholung am Vortag setzen erneut Gewinnmitnahmen ein. Zudem belasten insbesondere die Abschläge beim Börsenschwergewicht Nestlé den Index.

Beobachter gehen für den weiteren Verlauf von einem volatilen Handel aus. So sei die Nachrichtenlage dünn und geringe Volumina dürften erneut für Ausschläge in beide Richtungen sorgen.

Bis um 9.45 Uhr sinkt der SMI um 0,87% respektive 47,91 Stellen auf 5?489,68 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI gibt 0,76% auf 762,00 Stellen und der breite SPI 0,93% auf 4?520,18 Punkte ab.

Mit die deutlichsten Verluste verbuchen Nestlé (-2,2% auf 41,76 CHF) und belasten den Index allein mit rund 30 Punkten. Zuvor hatte es in Presseberichten geheissen, die Behörden in Saudi-Arabien hätten in einer von Nestlé hergestellten Lieferung Milchpulver eine hohe Menge Melamin gefunden.

Die ebenfall schwer gewichteten Pharmatitel Roche (-1,7% auf 160,80 CHF) und Novartis (+1,8% auf 55,55CHF) zeigen sich uneinheitlich. Bei Roche hat die Tochter Chugai Pharmaceutical mit Chiome Bioscience Inc ein Forschungsabkommen abgeschlossen. Das zu 52% der Nestlé SA und zu 25% der Novartis AG gehörende Augenheilmittel-Unternehmen Alcon hat von der europäischen Arzneimittelbehörde European Medicines Agency (EMEA) für das Augentropfenpräparat Azarga eine Zulassung erhalten. Nach Einschätzung der Analysten der Bank Vontobel ist die Einführung von Azarga für Alcon und Novartis eine gute Neuigkeit. Jedoch sei der Effekt auf die Umsatzerwartungen zu vernachlässigen.

Die Grossbanken tendieren ebenso mit ungleichen Vorzeichen. UBS (+0,7% auf 13,85 CHF) stehen auf der Gewinnerseite, nachdem die Titel am Vortag bereits im Plus geschlossen hatten. CS (-2,6% auf 29,62CHF) setzen die Verluste des Vortages dagegen fort. Julius Bär verlieren 0,5% auf 36,50 CHF.

Holcim (-0,7% auf 50,10 CHF) profitieren nicht von den erfreulichen Zahlen der beiden indischen Tochtergesellschaften. Diese verzeichneten im November einen erfreulichen Anstieg des Zementabsatzes. Analysten werten diese Tatsache als «leicht positiv».

Uneinheitlich präsentieren sich derweil die Titel der Versicherungsbranche. So setzen Swiss Life (+1,5% auf 77,20 CHF) den Aufwärtstrend infolge des Investorentags am Dienstag weiter fort. Für die Vontobel-Analysten ist aus fundamentaler Sicht die Marktsituation noch immer schwierig und die Risken seien auch auf den aktuellen niedrigen Niveaus noch zu hoch für ein Aktienengagement. Die Experten rechnen lediglich auf kurze Sicht mit einer gewissen Erholung. Swiss Re verbilligen sich um 1,7% auf 160,80 CHF und ZFS um 1,1% auf 222,80 CHF.

Die kräftigsten Verluste unter den Blue Chips verbuchen derweil Petroplus (-3,4% auf 19,40 CHF), die die Verluste des Vortages fortsetzen.

Am breiten Markt legten unterdessen Schmolz + Bickenbach (-8,8%)und Ems (-2,2%) Gewinnwarnungen vor. Ascom (+7,3%) stehen dagegen an der Indexspitze. Nach Informationen der «Handelszeitung» wollte Siemens die Perle aus Ascoms Portfolio, den Bereich Testeinrichtungen für Mobilfunknetze, kaufen. «Der Bereich Mobile Test Solutions steht nicht zum Verkauf»‚ zitiert die Zeitung Ascom-Präsident Juhani Anttila.

Implenia und Comet, die sich in Interviews zuversichtlich für die weitere Unternehmenszukunft äusserten, sind bislang ungehandelt.

(awp/scc)

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