Aktualisiert 13.01.2006 09:22

Erpresser vergiften Lidl-Produkte

In drei Hamburger Filialen des Discounters Lidl sind Flaschen des Mundwassers Odol gefunden worden, die mit Salzsäure vergiftet waren.

Der Discounter Lidl ist erneut das Opfer einer Erpressung geworden. Ein Sprecher der Polizei in Heilbronn sagte am Freitag, es gebe Ermittlungen wegen einer Straftat im Zusammenhang mit der Firma. Genauere Einzelheiten wollte der Polizeisprecher nicht mitteilen. Nach Medienberichten sind drei Filialen des Discounters in Hamburg betroffen. Lidl war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Unklar war, ob der Erpresser bereits Mundwasser der Marke Odol mit Salzsäure vergiftet hatte oder nicht. Laut «Hamburger Morgenpost» stiess die Polizei auf vergiftetes Mundwasser. Die Regale seien sofort leer geräumt worden. Die Salzsäure-Konzentration in den Odol-Flaschen sei aber eher gering gewesen.

Laut «Hamburger Abendblatt» hatte der Konzern gewarnt, Odol-Mundwasser in der Flaschengrösse 150 und 125 Milliliter zu benutzen. Produkte, die zwischen vergangenem Samstag und Dienstag in den Filialen gekauften wurden, könnten «verunreinigt» sein und sollten zurück gebracht werden. Unklar war nach dem Bericht wie ernst die Erpressung einzuschätzen sei.

Erst im November war ein Mann wegen Erpressung der Supermarktkette vom Landgericht Heilbronn zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 57-Jährige das Unternehmen mit mehreren E-Mails und Drohbriefen zur Zahlung von 1,2 Millionen Euro zwingen wollte. Zu diesem Zweck war er auch nicht davor zurück geschreckt, Lebensmittel zu manipulieren.

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