Ehedrama in Luzern: Erschoss er seine Ehefrau aus Mitleid?
Aktualisiert

Ehedrama in LuzernErschoss er seine Ehefrau aus Mitleid?

Ein 69-Jähriger hat am Montagabend in Luzern seine Ehefrau (59) erschossen und sich anschliessend selbst getötet. Wie Nachbarn berichten, sei die Frau psychisch krank gewesen.

von
cza
Das Wohnhaus an der Obergütschstrasse in Luzern: Im rechten Teil des Blocks passierte die Bluttat am Montagabend.

Das Wohnhaus an der Obergütschstrasse in Luzern: Im rechten Teil des Blocks passierte die Bluttat am Montagabend.

Um zirka 21.15 Uhr am Montagabend geschah es: In einem Wohnblock in der Stadt Luzern erschoss ein 69-Jähriger seine 59-jährige Ehefrau mit einer Pistole. Nach der Tat meldete sich der mutmassliche Täter telefonisch bei der Polizei und gestand die Tat. Doch bevor die Beamten der Luzerner Polizei in der Wohnung eintrafen, richtete sich der Mann selbst. Beim Eintreffen der Polizei in der Wohnung an der Obergütschstrasse habe er bereits tot neben seiner Frau auf dem Boden gelegen.

Die Motive sind laut Polizei momentan unbekannt und werden abgeklärt. Eine Nachbarin, die anonym bleiben möchte, berichtet: «Die Frau war psychisch krank. Man wusste hier, dass es dem Ehepaar auch finanziell schlecht geht.» Das Paar wohnte laut der Nachbarin seit ungefähr 40 Jahren in dem Block - man kannte und schätzte sich: «Ich kann nur Gutes über das Paar sagen.»

Täter war «ein ganz ruhiger Typ»

Laut einem anderen Anwohner konnte man die Schüsse am Montagabend nicht hören. «Dieses Drama hat sich auch nicht angekündigt», so der Rentner weiter. Die getötete Frau habe er seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Der Ehemann war ihm positiv in Erinnerung: «Er war ein ganz ruhiger Typ und liess sich frühzeitig pensionieren.» Oft sei er mit dem Velo unterwegs gewesen oder wandern gegangen. «Manchmal sah ich ihn beim Schachspiel in einem Park in Luzern», sagt der Nachbar.

Das Ehepaar sei der Polizei nicht bekannt gewesen, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft mitteilte. Die bei der Tat verwendete Pistole habe der Mann rechtmässig besessen. Es habe sich nicht um eine Armeewaffe gehandelt. Die Leichen der beiden Personen werden am Institut für Rechtsmedizin in Zürich obduziert. Beides waren Schweizer.

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