Erschossener Flüchtling war 17-jährige Nonne
Aktualisiert

Erschossener Flüchtling war 17-jährige Nonne

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hat zum Auftakt ihres Arbeitsbesuchs in Peking die Gespräche mit der chinesischen Führung aufgenommen. Begleitet wurde Calmy-Reys China-Besuch von Protesten gegen die Erschiessung einer tibetischen Nonne.

Beide Seiten betonten, wie oft sich letzthin hochrangige Vertreter der Schweiz und Chinas getroffen hätten. Li selbst weilte im Februar in Bern.

Calmy-Rey besichtigte am Donnerstag nach ihrer Ankunft in Peking die Grosse Mauer. Li erklärte, alle seien Heldinnen und Helden, die den höchsten Punkt der Mauer bestiegen: «Aber niemand weiss, wo der höchste Punkt ist».

Kritik geschickt pariert

Der chinesische Aussenminister gilt als gewiefter Diplomat. Kritik aus dem Westen an der Menschenrechtslage in China nimmt er jeweils entgegen und relativiert sie gleichzeitig, indem er die sozialen und wirtschaftlichen Probleme seines Landes betont.

Calmy-Rey trifft nach Li weitere hochrangige Politiker: Parlamentspräsident Wu Bangguo und Li Changchun, der im Politbüro der kommunistischen Partei für Propaganda zuständig ist.

Am Nachmittag unterzeichnet die Vorsteherin des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ein schweizerisch- chinesisches Memorandum of Understandig zur Bildungspolitik. Am Abend ist ein Treffen mit der Schweizer Gemeinde in Peking geplant.

Proteste in der Schweiz

Am Donnerstag hatten Angehörige tibetischer Organisationen in mehreren Schweizer Städten gegen die Beschiessung tibetischer Flüchtlinge durch chinesische Einheiten mit so genannten «Wildplakat»-Aktionen protestiert und an Calmy-Rey appeliert, Tibet und die Menschenrechte bei den Chinesen anzusprechen.

In Zürich demonstrierten zudem über 200 Tibeterinnen und Tibeter vor dem Chinesischen Konsulat. Symbolisch als Zielscheiben verkleidet verwiesen sie auf die Beschiessung von tibetischen Pilgern Ende September durch chinesische Grenzsoldaten. Dabei wurde nach Angaben des Vereins Tibeter Jugend in der Schweiz mindestens eine Nonne getötet. Für den Freitag wurden weitere Demonstrationen angekündigt.

Etwa 30 Pilger auf dem Weg zum Dalai Lama nach Indien wurden demnach verhaftet, 43 gelang die Flucht. Der Zwischenfall an der Grenze zu Nepal war von Bergsteigern gefilmt worden (20minuten.ch berichtete).

(sda)

Deine Meinung