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KontrollmissionenErschreckt uns jetzt jeden Monat ein Überschallknall?

Zum dritten Mal innert weniger Wochen haben Armeeflugzeuge über dem Mittelland die Schallmauer durchbrochen. Eine F/A-18 kontrollierte ein ausländisches Flugzeug.

Ein solcher Militärflieger ist mit Überschallgeschwindigkeit über das Mitteland geflogen: Eine zweisitzige F/A-18 der Schweizer Luftwaffe in Emmen. (Archivbild / 14.10.2008)

Ein solcher Militärflieger ist mit Überschallgeschwindigkeit über das Mitteland geflogen: Eine zweisitzige F/A-18 der Schweizer Luftwaffe in Emmen. (Archivbild / 14.10.2008)

Keystone/Sigi Tischler

In der Stadt Zürich waren kurz nacheinander zwei Knallgeräusche zu hören. Der Knall war enorm. Die darauf folgende Aufregung ebenfalls. Was war da los? Ein Erdbeben?

Ein Blick auf die Seite des Schweizerischen Erdbebendienstes brachte Klarheit: Ein Erdbeben wurde nicht verzeichnet. Kurze Zeit später dann die Erklärung einer Sprecherin der Luftwaffe: Ein Militärflieger hat den Luftraum über Zürich mit Überschallgeschwindigkeit passiert. Das führte zu diesem Beben und zum Knall.

Die Knalle waren offenbar weitherum zu hören, wie mehrere Meldungen auf Twitter zeigen.

Kurz darauf war klar: Es war ein Kampfjet der Schweizer Luftwaffe. Die Sprecherin der Stadtpolizei Zürich bestätigte, dass es sich um einen Überschallknall gehandelt habe.

Bei der Schweizer Luftwaffe heisst es, es habe zwei Mal einen Überschallknall gegeben. Diese seien zwischen Winterthur und Sempach zu hören gewesen. Grund war ein Kontrollflug wegen eines ausländischen Flugzeuges. «Kurz nach 3 Uhr gab es einen Überschallknall. Diesmal fingen wir ein US-Staatsluftsfahrzeug ab», so Jürg Nussbaum, Chef Kommunikation Luftwaffe.

Die Überschallknalle sind laut Luftwaffe aber nichts, weswegen man sich Sorgen machen müsse. «Die Luftwaffe fliegt fast jeden Tag eine Kontrollmission. Ab und zu müssen die Flieger dabei die Schallmauer durchbrechen», so Nussbaum. Dass es in den letzten Wochen wiederholt zu Knallen gekommen ist, sei nicht auf eine veränderte Taktik oder Bedrohungslage zurückzuführen, sondern eher zufällig passiert.

Klar ist aber: Die Luftwaffe hat diesmal im Rahmen der Versuchsphase für den Luftpolizeidienst 24 eine Live-Mission geflogen. Dieser sieht vor, dass die Luftpolizei rund um die Uhr Kontrollen durchführen kann. Die Versuchsphase läuft bis am 6. November. «Es könnte sein, dass es bis dahin noch einen Überschallknall geben wird», sagt Nussbaum.

Das ist ein Überschallknall

Das ist ein Überschallknall

Der Überschallknall entsteht, wenn ein Objekt sich schneller als der Schall fortbewegt. Der Schall erreicht auf der Erdoberfläche eine Geschwindigkeit von rund 340 m/s, also rund 1225 km/h. Mit zunehmender Höhe sinkt die Schallgeschwindigkeit aufgrund der tieferen Temperaturen. So beträgt sie in 11'000 Metern 1062 km/h.

Nähert sich nun ein Kampfjet der Schallmauer, baut er vor sich einen immer stärker werdenden Luftwiderstand auf. Mit Erreichen der Schallgeschwindigkeit breiten sich die Schallwellen dann nur noch nach hinten aus, der Widerstand sinkt wieder, bleibt aber höher als beim Unterschallflug.

Nach überwinden der Schallgeschwindigkeit schleppt das Flugzeug also die für den Knall verantwortliche Druckwelle hinter sich her, weshalb der Pilot selbst den Überschallknall nicht hört. Ein einzelner Mensch am Boden hört den Knall einmal. Da der Knall allerdings dem Flugzeug folgt, hören ihn Personen, die sich weiter entfernt aufhalten, entsprechend später.

Einen Überschallknall hört man auch, wenn man eine Feuerwaffe abfeuert oder eine Peitsche knallen lässt.

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