Drama um Pippo: Erst aufgepäppelt, dann getötet

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Drama um PippoErst aufgepäppelt, dann getötet

EWZ-Mitarbeiter nahmen eine verletzte Krähe bei sich auf. Bis die Behörden einschritten – und das Tier töteten.

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cap/Rom
Krähen sind Wildtiere. (Symbolbild)

Krähen sind Wildtiere. (Symbolbild)

Für die Lagerangestellten der Elektrizitätswerke Zürich (EWZ) ist es eine traurige Geschichte: Ein Mitarbeiter fand eine verwundete Krähe auf der Strasse und brachte sie an seinen Arbeitsplatz, in der Absicht, sie aufzupäppeln. Dazu zimmerten ihr die tierliebenden EWZ-Leute eigens einen Käfig und tauften sie auf den Namen Pippo.

«Der betreffende Mitarbeiter wollte den Vogel betreuen, bis er wieder flugfähig ist», sagt EWZ-Sprecher Harald Graf auf Anfrage. Versuche, die Krähe wieder freizulassen, seien aber gescheitert – immer wieder sei Pippo zurückgekehrt. Nach einem halben Jahr griffen die Behörden ein und sorgten dafür, dass die Krähe abgeholt und eingeschläfert wurde.

Schwerwiegende Verletzung des Tierschutzgesetzes

Urs Philipp, Chef der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung, sagt zum Fall: «Wir sind durch eine Privatperson auf die Haltung dieser Krähe aufmerksam gemacht worden.» Bei einer Kontrolle durch Polizei und Wildhüter habe sich gezeigt, dass der Käfig des Tieres viel zu klein sei und dieses sich in einem «erbärmlichen Zustand» befunden habe: «Der Vogel war flugunfähig und hätte nie wieder ausgewildert werden können.»

Krähe snowboarded

Eine Krähe auf diese Art zu halten, stelle eine schwerwiegende Verletzung des Tierschutz- und das Jagdgesetzes dar. «Als das Tier gefunden wurde, hätte man sofort den Wildhüter informieren müssen, statt den Vogel einzusperren», so Phi­lipp. Es habe keine andere Lösung mehr gegeben, als Pippo von seinen Leiden zu erlösen.

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