Schweizer in Paris: Erst bestohlen, dann von Hotel unter Druck gesetzt
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Schweizer in ParisErst bestohlen, dann von Hotel unter Druck gesetzt

Während sie schlief, ist ein Einbrecher in das Hotelzimmer einer Schweizer Familie in Paris eingestiegen und hat alle Wertsachen gestohlen. Das Hotel verlangte dann das Geld für die letzte Nacht.

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apn/vro
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Eine Familie aus der Schweiz hat ihre Ferien im August in Paris verbracht.

Eine Familie aus der Schweiz hat ihre Ferien im August in Paris verbracht.

epa/Jeremy Lempin
In ihrem Hotel hatten sie ein Zimmer im Erdgeschoss. Eines Nachts stieg dort ein Einbrecher durch das Fenster ein und stahl alle Wertsachen.

In ihrem Hotel hatten sie ein Zimmer im Erdgeschoss. Eines Nachts stieg dort ein Einbrecher durch das Fenster ein und stahl alle Wertsachen.

Die Familie wurde anschliessend vor die Wahl gestellt: Entweder bezahlt sie für die letzte Nacht oder sie muss gehen. Die Schweizer hatten aber kein Geld.

Die Familie wurde anschliessend vor die Wahl gestellt: Entweder bezahlt sie für die letzte Nacht oder sie muss gehen. Die Schweizer hatten aber kein Geld.

epa/Jeremy Lempin

Eine vierköpfige Familie aus dem Kanton Freiburg hat ihre Ferien letzten Monat in Paris verbracht. Als Unterkunft wählte sie das Viersternhotel Novotel. Weil die Mutter sehbehindert ist, wohnten sie in einem Erdgeschoss-Zimmer. Da es zu diesem Zeitpunkt heiss war und die Klimaanlage nicht funktionierte, liess die Familie das Fenster über Nacht offen.

Das wurde ihr an einem Abend zum Verhängnis. Ein Einbrecher nutzte die Gelegenheit, stieg in das Zimmer ein und stahl sämtliche Wertsachen – inklusive Handys, Bankkarten, IDs, ein Tablet, Bargeld und eine Uhr. Da das Zimmer nicht ganz ebenerdig war, kletterte er über ein Verkehrsschild zum Fenster hoch. Im Zimmer nahm er sich die Zeit, sein Diebesgut genau auszuwählen. Als die Familie wegen eines Geräusches erwachte, war er aber schon weg.

Hotel forderte erst Geld und wollte es dann zurückgeben

Am Tag darauf folgte dann der nächste Rückschlag: «Ausser der letzten Nacht hatten wir alle im Vorfeld bezahlt», erklärt der Vater. Das Hotel habe die Familie daraufhin aufgefordert, die letzte Nacht zu bezahlen oder zu gehen. «Sie warfen uns vor, das Fenster nicht geschlossen zu haben.» Und: «Wir erwarten nicht, dass uns das Hotel wie Märtyrer behandelt. Aber ein Minimum an Empathie wäre nett gewesen.» Schliesslich habe ein Freund der Familie Geld für das Hotel und die Rückfahrt geliehen.

Beim Unternehmen Accor, dem das Hotel angehört, heisst es, man habe der Familie geholfen, die Polizei zu rufen. Zudem habe die Familie nach ihrer Rückkehr in die Schweiz von der Hoteldirektorin das Angebot erhalten, das Geld für die letzte Nacht zurückerstattet zu bekommen. Sie habe aber abgelehnt. Der Vater bestätigt: «Wir wurden unwürdig behandelt. Wir können von diesem Hotel nichts mehr annehmen.»

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