Ronja Furrer: Erst in der «Vogue», dann im Krankenbett
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Ronja FurrerErst in der «Vogue», dann im Krankenbett

Für das Schweizer Model Ronja Furrer läufts eigentlich wie geschmiert. Die «Vogue México» widmet ihr mehrere Seiten. Doch jetzt hütet sie das Krankenbett.

von
L. Esseiva/Lorena Sauter

Ronja Furrer (23) gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Models. Die Designer reissen sich um die Solothurnerin, sie ist als Werbeträgerin begehrt und läuft an den wichtigsten Fashion Shows der Welt. Letztes Jahr wurde sie an der New York Fashion Week extrem gut gebucht, und auch dieses Jahr waren die Aussichten auf Bookings mehr als rosig.

Doch aus dem Traum, wieder an einer der wichtigsten Modewochen der Welt mitzulaufen, wird nichts. «Letzte Woche bekam ich in New York plötzlich schlimme Rückenschmerzen», sagt Ronja Furrer zu 20 Minuten. Die Schmerzen wurden so stark, dass sie erst nicht mehr schlafen und dann kaum mehr gehen konnte. Die Diagnose nach einem Arztbesuch im Big Apple: Bandscheibenvorfall. «Erst wollte ich in New York bleiben, entschied mich dann aber doch, nach Hause zu Andres (Rapper Stress, die Red.) zu fliegen», erzählt Ronja. Den achtstündigen Flug überstand sie mit Ach und Krach und einer Kortisonspritze. Die verschiedenen Anfragen für die New York Fashion Week musste sie absagen.

In der Schweiz begab sich das Model sofort in Behandlung. Mit Osteopathie und Akupunktur versucht sie die Schmerzen zu lindern und eine schnelle Heilung herbeizuführen. «Das braucht Zeit und die nehme ich mir auch.» Es sei ihr lieber, sich jetzt zu schonen, als später nie mehr laufen zu können, sagt sie. Der Bandscheibenvorfall hinterlässt auch in der Psyche Spuren: «Ich fühle mich manchmal wie in einer Blase. Wenn man solche Schmerzen hat und nicht mehr schlafen kann, dann ist die Welt ganz weit weg», schildert Ronja ihre Situation.

Bei ihrem Freund Stress ist sie in besten Händen. «Er hatte auch schon mal einen Bandscheibenvorfall», sagt Ronja und ergänzt: «Wer noch nie solche Schmerz hatten, der kann sich nicht vorstellen, wie schlimm das ist.» Der Schmerz und die Trauer über die verpasste Fashion Week sind gross, doch Ronja hat dagegen ein Rezept: «Ich vermeide die nächsten Wochen einfach TV und die sozialen Medien. Dann bekomme ich vom Rummel nichts mit», scherzt sie schon wieder.

Vor dem Regen scheint die Sonne

Bevor Ronja dieses Unglück heimsuchte, hing ihr Himmel noch voller Geigen. Kurz zuvor wurde sie nämlich für die «Vogue México» fotografiert. Drei ganze Seite widmete die wichtigste Modezeitschrift der Welt dem Schweizer Model. Unter dem Titel «Vivir sin reglas» («Leben ohne Regeln») posierte sie freizügig in freier Natur, etwas ausserhalb von Mexiko-Stadt. Die Umstände waren alles andere als glamourös: «Das Shooting fand bei einem Bauern statt, der dort mit seinem Sohn und fünf Hunden lebt. Es gab weder fliessend Wasser noch Elektrizität, und die Umkleide war schlichtweg hinter dem Baum.»

Doch solch reduzierte Shootings gefallen Ronja Furrer. «Ich mag das. In der Natur zu fotografieren ist immer spannender als im Studio. Zudem bekommt man so viele neue Eindrücke und macht tolle Begegnungen», sagt die 23-Jährige zu 20 Minuten. Hoffentlich gibt ihr die schöne Erfahrung in Mexiko genug Kraft, um ihren schmerzenden Rücken bald wieder in Ordnung zu bringen.

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