Erst nach Sendeschluss klingelt die Kasse
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Erst nach Sendeschluss klingelt die Kasse

Schweizer News-Moderatoren sind im Vergleich zu ihren ausländischen Kollegen arme Schlucker. Von ihren Kollegen aus dem leichten Fach wie Sven Epiney oder Roman Kilchsberger könnten Stauber, Klapproth & Co. viel lernen.

Im Schnitt 8300 Franken netto streichen die Aushängeschilder der Sendungen «10 vor 10» und «Tagesschau» pro Monat ein. Dies enthüllt das Fernseh-Magazin «TV-Star» in seiner neusten Ausgabe. Die Programmzeitschrift beruft sich auf «zuverlässige Quellen».

Am besten bezahlt ist demnach «10vor10-Mann» Stephan Klapproth, der mit einem 100-Prozent-Pensum auf 11500 Franken kommen würde (Klapproth arbeitet

60 Prozent). Auf Rang zwei folgt «Tagesschau»-Frau Katja Stauber. Sie käme mit einem 100-Prozent-Job auf

monatlich 9000 Franken, hat aber nur eine 50-Prozent-Stelle.

«Das ist unterbezahlt und bitter», sagt der ehemalige «Heute-Journal»-Moderator Alexander Niemetz gegenüber «TV-Star». Gemäss dem Solothurner kassiert in Deutschland beim ZDF und bei der ARD ein Nachrichtensprecher der News-Hauptausgabe umgerechnet zwischen 18000 und 20000 Franken im Monat.

Im Vergleich mit dem absoluten Krösus unter den News-Moderatoren ist das allerdings immer noch bescheiden: Der Franzose Patrick Poivre d'Arvor von TF1 verdient Monat für Monat 67000 Franken. Das Schweizer Fernsehen wollte die Höhe der Gehälter seiner Stars nicht kommentieren.

Lernen können die seriösen Fernsehmacher von den sogenannten "Leichtgewichten" der Branche. Gemäss TV-Star wurde Sven Epiney bereits vor einem Jahr insgesamt mit rund 500'000 Franken entgolten. Das grosse Geld machen die Stars dabei vor und nach den TV-Auftritten. "Möbel Pfister eröffnet in Emmen - Sven moderiert. Die SBB laden zur «Gourmet-Fahrt im Speisewagen Salon bleu» - Sven kocht sein Süppchen. «Bärenbrüder» feiert im Zürcher Cinemax Premiere - Sven tigert auf die Bühne", schnödet die Fernsehzeitschrift "Tele" über die Omnipräsenz des Dauertalkers nach Feierabend am Leutschenbach. Das läppert sich zusammen. Gemässe einem PR-Experten kostet ein Abend mit Epiney rund 6000 Franken und wer Roman Kilchberger will, muss mindestens 8000 Franken hinblättern.

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