Erst schiessen, dann fragen
Aktualisiert

Erst schiessen, dann fragen

Im Eldorado der Schusswaffen darf künftig noch schneller abgedrückt werden: Wer sich im US-Bundesstaat Texas bedroht fühlt, darf einen Angreifer sofort und straffrei töten.

Gouverneur Rick Perry unterzeichnete ein entsprechendes Gesetz, nachdem es das Parlament diesen Monat abgesegnet hat. Es tritt am 1. September in Kraft. Dabei gilt, dass sich Texaner in ihren Häusern, Autos und sogar am Arbeitsplatz mit Waffengewalt verteidigen und einen gewalttätigen Gegner an diesen Orten ohne Konsequenzen töten dürfen.

Der Entscheid wurde damit begründet, dass jeder Bürger das Recht habe, einem Angriff nicht weichen zu müssen. Allerdings muss der Bedrohte schon zuvor in seinem Auto oder Haus gewesen sein, ein Autodieb darf nicht aus der Ferne abgeknallt werden. Ebenfalls nicht abgedrückt werden darf, wenn man den Angreifer provoziert hat.

Nun dürfen Bürger jederzeit und an jedem Ort tödliche Waffen benutzen, wenn die berechtigte Sorge besteht, das eigene Leben werde bedroht. Kritiker erklärten, mit dem neuen Gesetz erhielten Waffenbesitzer eine «Lizenz zum Töten». Auch andere Staaten wie Alaska, Kansas und Florida kennen ähnliche Gesetze. In Florida wird seit Einführung des Gesetzes an Touristen ein Flugblatt mit Verhaltensregeln verteilt (siehe Kontext).

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