Anschlag in New York: Erst Uber-Fahrer, dann Fahrer im Namen des IS
Aktualisiert

Anschlag in New YorkErst Uber-Fahrer, dann Fahrer im Namen des IS

Der tatverdächtige Sayfullo Saipov arbeitete er erst als Truck-Fahrer, später als Uber-Fahrer. Eine Notiz im Tatwagen legt nahe, dass er seine Tat im Namen des IS ausführte.

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chk/gux
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Stilles Schweigen: Passanten haben entlang der Strecke des Velowegs Blumen niedergelegt, auf dem der Attentäter mit einem Mietauto acht Menschen getötet hatte. (31. Oktober 2017, Ortszeit)

Stilles Schweigen: Passanten haben entlang der Strecke des Velowegs Blumen niedergelegt, auf dem der Attentäter mit einem Mietauto acht Menschen getötet hatte. (31. Oktober 2017, Ortszeit)

Keystone/Spencer Platt/Getty
Der mutmassliche Attentäter Sayfullo Saipov ist erstmals vor Gericht erschienen. Er soll gesagt haben, dass er auf seine Tat stolz ist. (1. November 2017, Ortszeit)

Der mutmassliche Attentäter Sayfullo Saipov ist erstmals vor Gericht erschienen. Er soll gesagt haben, dass er auf seine Tat stolz ist. (1. November 2017, Ortszeit)

Keystone/Elizabeth Williams/AP
Polizeibeamte und Journalisten stehen vor dem Haus in Paterson, New Jersey, in dem der mutmassliche Attentäter Sayfullo Saipov gewohnt haben soll. (1. November 2017)

Polizeibeamte und Journalisten stehen vor dem Haus in Paterson, New Jersey, in dem der mutmassliche Attentäter Sayfullo Saipov gewohnt haben soll. (1. November 2017)

Keystone/Andrew Gombert/EPA

Der Mann, der in New York bei einer Terrorattacke mit einem Lieferwagen mindestens acht Menschen getötet haben soll, heisst Sayfullo Habibullaevic Saipov (29) und stammt aus Taschkent in Usbekistan.

Er kam 2010 mit einer Green Card im Bundesstaat Ohio an, wo er zunächst bei einer anderen usbekischen Familie wohnte: «Er war ein Guter damals», sagt Bekhzod Abdusamatov der «New York Times». «Aber ich konnte natürlich nicht in ihn hineinsehen.»

1400 Fahrten für Uber in sechs Monaten

Saipov habe sich auf Jobsuche gemacht und sich bemüht, sein Englisch zu verbessern. «Er mochte die USA und schien glücklich.» In Ohio war er für zwei Transportunternehmen als Fahrer tätig.

Auch andere Bekannte beschreiben den Tatverdächtigen laut «Daily Mail Online» als einen freundlichen Mann, der gut mit Kindern umgehen konnte. Jedoch sei er nicht gern fotografiert worden.

Später zog Saipov erst nach Tampa, Florida, und dann nach New Jersey, wo er als Uber-Fahrer arbeitete. Uber zufolge bestand der 29-Jährige den Background-Check durch die Firma. Er habe in einem halben Jahr 1400 Fahrten gemacht.

«Er wurde sehr schnell wütend

In seiner Nachbarschaft in New Jersey galt der Usbeke als eher unfreundlich: «Er regte sich immer auf und begann Diskussionen mit den Verkäufern», berichtet der Manager einer Supermarktkette der «New York Post». Saipov sei sehr schnell wütend geworden.

«Er hatte Vorurteile gegenüber den Kassiererinnen – ob sie nun ein Kopftuch trugen oder nicht, er machte sie runter, nannte sie dumm und ungebildet, schimpfte, sie könnten nicht mal die Waren einscannen.»

Notiz im Tatwagen

Zurzeit wird der 29-Jährige wegen einer Schusswunde behandelt.

Ermittler fanden Medienberichten zufolge einen handgeschriebenen Brief im Fahrzeug, mit dem Saipov Passanten niedergemäht hat. Offenbar bekennt er sich darin zum «Islamischen Staat» (IS), in dessen Namen er die Tat ausführen wollte.

Der IS hat sich noch nicht zur Tat bekannt, ruft mit Verlust seines Territoriums in Syrien und im Irak schon länger zu Attacken in den USA und Europa auf.

Saipov hatte am Dienstagnachmittag in Manhattan acht Personen mit einem Pick-up-Truck getötet. Die Polizei stoppte ihn auf der Flucht mit Schüssen.

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