Aktualisiert 07.03.2011 13:36

TV-TippErst umworben, dann verachtet

Er dirigierte über vier Jahrzente das Land - jetzt hat das libysche Volk genug von seinem Machthaber. Selbst auf seine einstigen politischen Freunde kann Gaddafi nicht mehr zählen.

von
rre/srf

Gaddafi unterdrückte, terrorisierte und ordnete Attentate an - trotzdem war er salonfähig. Die ganz Grossen der Politik schüttelten ihm die Hand und klopften ihm auf die Schulter. Ihm, der mit hoher Wahrscheinlichkeit die Attentate auf die französische DC 10 über Afrika und die Pan-Am-Maschine über Lockerbie in Auftrag gegeben hatte. Gegen seinen Staat verhängte die Uno 1992 ein Embargo.

Mein guter Freund, der Diktator

Nur zehn Jahre später war aus dem «Aussätzigen» von einst ein gern gesehener Gast geworden. Eine fragwürdige Haltung, deren Absurdität vielen erst jetzt in vollem Ausmass bewusst wird. Denn während Libyen zum Zentrum der Aufstände in der arabischen Welt geworden ist, überdenkt der Westen die Haltung gegenüber Gewaltherrschern wie Gaddafi. Dabei ertappen sich die Demokratien in einer Zwickmühle zwischen der Einforderung von Gerechtigkeit gegenüber dem libyschen Volk und dem Profit durch Ölgeschäfte.

Der französische Autor Antoine Vitkine fokussiert mit seinem Filmporträt die geheimdienstlichen und diplomatischen Aktivitäten zwischen Libyen und dem Westen. Dabei stösst er auf ein Geflecht aus Angst, Misstrauen, Lügen und gegenseitiger Instrumentalisierung. Heute auf SF (siehe Infobox).

TV-Tipp:

«Muammar al-Gaddafi - Gefürchtet, verachtet ... umworben!» aus der Reihe «DOK», heute (Montag) um 22:50 Uhr auf SF 1.

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