Wetterbilanz: Erst zu kalt, dann zu warm
Aktualisiert

WetterbilanzErst zu kalt, dann zu warm

Der März hat aus Wettersicht ein kleines Kunststück vollbracht: Er war durchschnittlich – und doch äusserst speziell.

Kalte Hälfte: Eine Fussgänger geht am Samstag, 6. März über die mit Schnee bedeckte Badenerstrasse in Zürich

Kalte Hälfte: Eine Fussgänger geht am Samstag, 6. März über die mit Schnee bedeckte Badenerstrasse in Zürich

Rein statistisch war das Wetter im März 2010 durchschnittlich. Die Temperaturen und die Sonnenscheindauer entsprachen dem langjährigen Mittel. Dennoch war der März sehr speziell: Die erste Monatshälfte war 5 Grad zu kalt, die zweite Monatshälfte 5 Grad zu warm.

«Noch vor 14 Tagen war die ganze Nation ein Jammertal», blickt SF Meteo in seiner am Dienstag veröffentlichten Wetterbilanz zurück. Nach einem kalten und grauen Winter war auch zu Beginn des Monats März keine Spur von Frühling zu sehen. Im Gegenteil: Es ging kalt und mit Schnee weiter.

So war die erste Monatshälfte auf der Alpennordseite rund 5 Grad zu kalt. Eisiger Höhepunkt waren die minus 38,9 Grad auf der Schwyzer Glattalp am Morgen des 9. März, die tiefste Temperatur des ganzen Winters.

Aber auch das Mittelland wirkte wie eine Tiefkühltruhe. Mit Bise ergab sich am Mittag des gleichen Tages für Zürich ein errechneter Windchill-Index von rund minus 16 Grad. Der gemessene Tiefstwert im Mittelland betrug minus 11 Grad im thurgauischen Aadorf.

Schlagartig wurde es warm

Am 16. März kam die Wende. In der dritten Märzwoche kam endlich der Frühling. Schlagartig wurde es warm. In den folgenden Tagen gab es viel Sonnenschein, und die Temperaturen stiegen deutlich an. Schon am 19. März gab es erstmals 20 Grad.

Auch in der vierten Märzwoche machte der Frühling weiter. Im Zürcher Glatttal wurden bereits mehr als 23 Grad gemessen, es fehlten nur noch knapp 2 Grad zum ersten Sommertag. Auch in den Alpentälern lagen die Temperaturen mit Föhn verbreitet über 20 Grad, manchmal bereits am frühen Morgen.

Die zweite Monatshälfte war mehr als 5 Grad zu warm, so dass der gesamte Monat am Schluss an den meisten Orten knapp über der Norm lag. Auch im Tessin lag die Monatstemperatur ziemlich genau im Schnitt, auch wenn dort überraschenderweise die 20-Grad-Marke im Jahr 2010 noch nicht erreicht wurde.

158 km/h am Gotthard

In diesem durchschnittlichen März gab es weit überdurchschnittliche Windspitzen. Vor allem der Föhn am 26. März mit einem Spitzenwert von 158 Kilometer pro Stunde im Gotthardmassiv war markant. Am gleichen Tag sorgte eine aktive Kaltfront für Windschäden im Mittelland und in den Voralpentälern.

An den meisten Orten war der März zu trocken. Nördlich der Alpen, beispielsweise in Bern, gingen bis am Dienstag nur etwa 50 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge nieder. Auch im Süden war es lange Zeit viel zu trocken. Erst zum Monatsende vermochten zwei kräftige Niederschläge das Defizit mindestens teilweise auszugleichen. (sda)

Deine Meinung