Aktualisiert 03.04.2020 14:04

Luzern

Kroate brachte Mutter mit Küchenmesser um

In einer Wohnung in Emmenbrücke LU ist es gestern zu einem Tötungsdelikt gekommen. Der 20-jährige Sohn der verstorbenen Frau ist im Gefängnis.

von
Daniela Gigor
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Am Donnerstag wurde der 20-Jährige von der Polizei festgenommen, nachdem er dort angerufen und gemeldet hatte, dass er in einer Wohnung an der Oberhofmatte in Emmenbrücke soeben eine Person tödlich verletzt habe.

Am Donnerstag wurde der 20-Jährige von der Polizei festgenommen, nachdem er dort angerufen und gemeldet hatte, dass er in einer Wohnung an der Oberhofmatte in Emmenbrücke soeben eine Person tödlich verletzt habe.

Leser-Reporter
Die Polizei am Donnerstag bei ihrem Einsatz in Emmenbrücke.

Die Polizei am Donnerstag bei ihrem Einsatz in Emmenbrücke.

Leser-Reporter/privat
Mehrere Fahrzeuge der Polizei und der Ambulanz waren am Donnerstag vor Ort.

Mehrere Fahrzeuge der Polizei und der Ambulanz waren am Donnerstag vor Ort.

Leser-Reporter/privat

Der 20-jährige Kroate, der verdächtigt wird, am Donnerstag an der Oberhofmatte in Emmenbrücke LU eine Frau mit Schnitt- und Stichverletzungen umgebracht zu haben, befindet sich im Gefängnis und soll kommende Woche forensisch-psychiatrisch begutachtet werden. Wie die Luzerner Polizei am Freitag weiter mitteilte, handelt es sich beim Opfer um die 59-jährige Mutter des 20-Jährigen. Die mutmassliche Tatwaffe, ein Küchenmesser, wurde sichergestellt.

Laut einem Kollegen, der B. P.* seit vielen Jahren kennt, soll sich P. in den letzten Monaten charakterlich stark verändert haben.

«Ich weiss nicht, was mit ihm passiert ist.» P. habe von Kindsbeinen an bei den Junioren des SC Emmen United Fussball gespielt. «Er war ein sehr guter Verteidiger.» P. sei so talentiert gewesen, dass er gar in die Auswahlmannschaft der Besten kam und mit dieser 2017 den IFV-Cupfinal gewonnen habe.

Kollege war geschockt, als er vom Suizidversuch erfuhr

Nur gerade ein Jahr später habe P. im Sommer die Matura an der Kantonsschule Reussbühl bestanden. Danach habe der junge Mann jedoch nicht mehr viel gemacht, sagt der Kollege. In dieser Zeit sei «seine psychische Veränderung» stark in Erscheinung getreten: «Während der Fasnachtszeit 2019 ist er vom Parkhausdach des Emmen-Centers gesprungen», sagt sein Kollege: «Ich war geschockt, als ich von diesem Suizidversuch erfuhr.»

P. habe den Suizidversuch überlebt und anschliessend etwa ein halbes Jahr in einer Rehabilitationsklinik verbracht. Im Spätsommer 2019 konnte er nach Emmenbrücke zurückkehren. Anschliessend sei er oft allein gesichtet worden, so der Kollege. Wenn er sich mit alten Bekannten traf, habe er so getan, als würde er Musik hören: «In Tat und Wahrheit hörte er aber irgendwelche Frequenzen und sagte, dass ihn das Geräusch beruhige.» Die Aussagen des Kollegen von P. wurden von verschiedenen Anwohnern und Bekannten bestätigt.

*Namen der Redaktion bekannt

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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