Video aus Pakistan: Erste Bilder von Bin Ladens Witwen
Aktualisiert

Video aus PakistanErste Bilder von Bin Ladens Witwen

Ein Fernsehsender hat Aufnahmen der in Pakistan inhaftierten Witwen von Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden veröffentlicht. Wie sie aussehen, weiss man allerdings immer noch nicht.

von
pbl

Der Al-Arabiya-Beitrag über Osama Bin Ladens Angehörige. (Video: YouTube)

Ein pakistanisches Gericht hat letzte Woche drei Witwen und zwei Töchter von Osama Bin Laden wegen illegalen Aufenthalts zu 45 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Frauen waren zusammen mit anderen, jüngeren Kindern beim US-Kommandoeinsatz gegen den Chef des Terrornetzwerks Al Kaida vor bald einem Jahr in Abbottabad aufgegriffen und den pakistanischen Behörden übergeben worden. Die Haft verbüssen sie nicht in einem Gefängnis, sondern in einem streng bewachten «Gästehaus» in der Hauptstadt Islamabad.

Der Fernsehsender Al Arabyia hat nun Videoaufnahmen veröffentlicht, in denen drei der Frauen sowie mehrere kleine Kinder zu sehen sind. Ob es sich um die Witwen oder Töchter handelt, ist nicht klar, da die Frauen tief verschleiert sind. Als Angehörige von Bin Laden praktizieren sie einen ultrakonservativen Islam, eine wird beim Studium des Korans gezeigt. Die Kinder dagegen spielen unter anderem mit einem Teddybären. Auch in diesem Fall lässt sich nicht eruieren, ob es sich um Kinder oder Enkel von Bin Laden handelt.

Ausreise in Heimatländer

Zwei der Witwen stammen aus Saudi-Arabien. Bin Ladens jüngste Ehefrau, die 30-jährige Amal Ahmed Abdel-Fatah al-Sada, ist Jemenitin. Der Terrorpate hatte sie kurz vor den Anschlägen vom 11. September 2001 geheiratet und mit ihr auf seiner Flucht vier Kinder gezeugt. Bislang hatten sich die Heimatländer gegen eine Rücknahme gesträubt. Mohammed Amir Chalil, der Anwalt der Familie, zeigte sich gegenüber dem «Daily Telegraph» jedoch zuversichtlich, dass eine Ausreise nach Haftende am 18. April möglich sein wird.

Die pakistanischen Behörden sollen gespalten sein, was das Schicksal von Bin Ladens Angehörigen betrifft. Einerseits wollen sie sie loswerden, gleichzeitig fürchten sie, dass sie «auspacken» könnten, wer ihnen bei ihrer Flucht und dem Aufenthalt in der Garnisonsstadt Abbottabad geholfen hat. Deshalb dürften sie laut «Telegraph» von Jemen und Saudi-Arabien Garantien verlangen, dass die Familie von der Öffentlichkeit fern gehalten wird.

Deine Meinung