Corona-Skeptiker: «Sind wir Verbrecher, weil wir Menschen sind?»

Corona-Skeptiker«Sind wir Verbrecher, weil wir Menschen sind?»

Am Samstag fanden in Konstanz rund 30 verschiedene Aktionen statt. Die Corona-Skeptiker erschienen und bildeten eine Menschenkette.

«Es war sehr ruhig»

In Konstanz fanden am Samstag Demos gegen die Corona-Präventionsmassnahmen statt. Polizeisprecher Jörg Kluge sagt, warum es relativ ruhig bleibt.

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Samstag, 03.10.2020

Fazit

Tausende Menschen haben am Samstag am Bodensee für und gegen die Corona-Politik demonstriert. Mit einer Friedens-Menschenkette hat unter anderem die Initiative «Querdenken» entlang des Seeufers mehr als 1000 Menschen mobilisiert.

Diese Zahl blieb weit unter den Erwartungen der Veranstalter, die mit 15'000 Personen gerechnet hatten. Die Menschenkette hätte durch Österreich, Deutschland, Liechtenstein und die Schweiz führen und damit vier Länder miteinander verbinden sollen.

Ziel sei gewesen, die Menschen zusammenzubringen, ein europäisches Signal gegen die Corona-Massnahmen zu setzen und in einen Dialog mit der Regierung zu treten, so Mitorganisator Gerry Mayr. Der Konstanzer Unternehmer hält Quarantäne für ein modernes Gefängnis und die Maskenpflicht für Unrecht.

Friedliche Proteste

Gegendemonstranten aus verschiedenen Gruppierungen marschierten an der Menschenkette vorbei mit Bannern, auf denen sie sich klar zu den Corona-Massnahmen bekannten. Vereinzelt kam es zu Diskussionen zwischen den Lagern. Die Polizei sprach von friedlichen Protesten. Auch die Verkehrsbeeinträchtigungen hielten sich zunächst in Grenzen.

An der schweizerisch-deutschen Grenze im Konstanzer «Klein Venedig» versammelten sich auch rund 60 linke Demonstrantinnen und Demonstranten aus der Region Kreuzlingen. «Nazis raus – Masken auf» oder «Meinungsfreiheit und Grundrechte ja – Rechtsradikale tolerieren und den Gesundheitsschutz anderer ignorieren nein», hiess es auf ihren Transparenten.

Die Corona-Massnahmen dürften durchaus kontrovers diskutiert werden, sagte Organisatorin Charis Kuntzemüller der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Unter dem Deckmantel der Pandemie würden aber auch extremistische und rassistische Gruppierungen mitlaufen. Dagegen richte sich der Protest der Linken.

Rund 30 Kundgebungen

Man solidarisiere sich auch mit den über 20 Bürgerinitiativen aus Konstanz, die unter dem Motto «Spread Love, not Corona» für Corona-Massnahmen demonstrierten. Laut dem Sprecher der Thurgauer Kantonspolizei, Matthias Graf, gab es auf Schweizer Seite während der Kundgebungen keine Zwischenfälle.

Insgesamt sind für Samstag und Sonntag rund 30 Kundgebungen in Konstanz und Kreuzlingen bewilligt. Am Sonntag will die Initiative «Querdenken» ab 09.00 Uhr in Konstanz gegen die Corona-Politik demonstrieren. Laut den Stadtbehörden wurden 4500 Teilnehmer für die Kundgebung in der Nähe des Bodenseeufers angemeldet.

Bei den Kundgebungen sind «Reichsflaggen, Kaiserrechtsflaggen und Zeichen, die einen deutlichen Bezug zur Zeit oder zu den Verbrechen des Nationalsozialismus und eine Verbindung zu der aktuellen Corona-Pandemie herstellen» von der Stadt verboten worden.

Ende August waren bei einer Corona-Demonstration am Berliner Reichstag Flaggen des deutschen Kaiserreichs geschwenkt worden. Demonstranten hatten Absperrungen durchbrochen.

Versamlung beendet

Kurz vor 19 Uhr wurde die Versammlung für beendet erklärt. Die Leute verlassen den Bereich um das Sealife in Konstanz und machen sich auf den Weg nach Hause. Viele der Besucher an der Kundgebung nahmen auch an der Friedenskette vom Nachmittag teil.

Knapp 1000 Menschen

Die Demonstration ist weiter im vollen Gange. Knapp 1000 Menschen haben sich eingefunden und hören gebannt den Rednern auf der Bühne zu. Die Organisatoren rechneten vor dem heutigen Tag mit deutlich mehr Teilnehmern. Die Abstandsregeln wurden bei der Abschlusskundgebung nur teilweise eingehalten. Maskenträger sieht man nur selten.

Gegendemonstranten

Es haben sich auch Gegendemonstranten im Bereich Klein-Venedig eingefunden. Die Polizei weist diese jedoch freundlich vom Platz weg, bevor es zu einer Konfrontation mit den Corona-Skeptikern kam.

Veranstaltung eröffnet

Mittlerweile wurde die Veranstaltung gestartet. Die Organisatoren baten die Besucher zuvor nochmals, sich an den Mindestabstand zu halten. Auf dem Platz gibt es ausserdem ein Fahnenverbot. Man rechnet nicht mit einem Einschreiten der Polizei, da die Abstände eingehalten werden, so die Organisatoren. Es gab einige Lücken in der Friedenskette um den See, aber man sei zufrieden.

Verspätung

Immer mehr Corona-Skeptiker finden sich im Bereich ein. Um 17 Uhr sollte die Kundgebung starten. Die Besucher warten noch auf weitere Informationen.

Kundgebung

Um 17 Uhr soll auf dem «Klein-Venedig-Platz» eine Abschlusskundgebung stattfinden. Mittlerweile treffen die ersten Teilnehmer ein. Die Initiatoren kündigten 4500 Teilnehmer an.

Kapo-Sprecher Matthias Graf

«Die Grenze wird offen bleiben»

Am Samstag findet an der Schweizer Grenze bei Kreuzlingen eine Demonstration von Corona-Skeptikern statt. Auch in Konstanz wird demonstriert. Die Thurgauer Kantonspolizei ist vorbereitet.

Zwischenbilanz

Die Polizei in Konstanz zieht eine erste Zwischenbilanz zum Demo-Wochenende. Bislang sei es ein ruhiger Tag für die Polizei. Einige der schon für die Vormittagsstunden angemeldeten Kundgebungen fanden gar nicht statt. So auch eine Demonstration mit angemeldeten 5000 Teilnehmern, die um 10 Uhr für den Bereich «Klein Venedig» und Stadtgarten angemeldet war. Im Bereich Konstanz bildeten knapp 1000 Personen eine Menschenkette.

Friedenskette

Die geplante Umsetzung der Friedenskette hat begonnen. Wie viele Leute an der Aktion teilnehmen, ist noch unklar. Ein Ordner berichtet, dass der angestrebte Weltrekord jedoch nicht mehr möglich sei, da es im Bereich von Überlingen eine grosse Lücke gebe. Die Demonstranten sollen jetzt für 30 Minuten so stehen bleiben. Wie die 20-Minuten-Reporter vor Ort berichten, ist derzeit im Grenzbereich keine Lücke zu erkennen.

Steinzeit gegen Corona

Im Konstanzer Stadtgarten werden Reden für die Corona-Skeptiker gehalten. Wie die «Süddeutsche» schreibt, präsentiert Robert Franz, ein Verkäufer für Lebensmittel, seine Ware. Die Produkte sollen eine Heilwirkung gegen Corona haben.

Regeln für Demonstranten

Alle angemeldeten 29 Aktionen dürfen nur unter strengen Auflagen stattfinden. Für alle Teilnehmer, auch für die Gegner der Corona-Massnahmen, gilt der Mindestabstand von 1,5 Metern. Sollte dies nicht möglich sein, ist eine Maskenpflicht vorgesehen. Wer aus einem Risikogebiet kommt oder Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte, darf nicht mitdemonstrieren.

Ausserdem sind Reichskriegsflaggen und Kaiserreichsflaggen verboten. Diese stellen einen deutlichen Bezug zur Zeit oder zu den Verbrechen des Nationalsozialismus her.

Friedenskette

In Konstanz (D) am Bodensee haben sich am Samstagmittag erste Demonstranten versammelt. Bei Regenwetter protestierten etwa 150 Menschen am Hafen gegen rechte Hetze und für Corona-Massnahmen. Auch in Kreuzlingen sind am Nachmittag Aktionen geplant.

Am Nachmittag wollen sich mehrere Tausend Menschen um den Bodensee zu einer sogenannten Friedensmenschenkette verbinden. Die Kette soll durch Liechtenstein, Österreich, die Schweiz und Deutschland führen. Die ersten Teilnehmer seien schon am frühen Morgen angereist und würden sich langsam zu ihren geplanten Standorten begeben, hiess es von den Organisatoren.

Ziel der Aktion sei es, Menschen zusammenzubringen, die sich in Corona-Zeiten entzweit hätten, sagte einer der Mitveranstalter, Gerry Mayr. «Eine Kette soll verbinden.» Der Unternehmer veranstaltet am Sonntag in Konstanz auch eine Querdenken-Demonstration gegen Corona-Massnahmen, zu der 4500 Menschen angemeldet sind.

Mayr und seine Mitveranstalter hoffen, dass 250'000 Menschen zusammenkommen. So viele seien nötig, um den See zu umrunden. Laut den auf deutscher Seite zuständigen Polizeipräsidien in Konstanz und Ravensburg ist schwer zu beurteilen, wie viele Menschen sich tatsächlich versammeln könnten.

Am Wochenende sind in der Stadt am Bodensee 29 Versammlungen und Demonstrationen angemeldet, 17 davon für Samstag. Rund 30'000 Menschen werden erwartet. (SDA)

Protest-Wochenende am Bodensee

In Konstanz und Kreuzlingen am Bodensee ist ein grosses Protest-Wochenende angesagt. Am Samstag und Sonntag gibt es Demonstrationen unter anderem gegen Corona-Massnahmen, etliche Bürgerinitiativen haben zu Gegenkundgebungen aufgerufen.

Die Stadt Konstanz rechnet mit mehreren tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 29 Versammlungen an mehreren Orten in Konstanz und an der deutsch-schweizerischen Grenze «Klein Venedig» sind bewilligt, mit Corona- und Sicherheitsauflagen. Die Polizei steht mit einem Grossaufgebot bereit.

Am Samstag, dem Tag der deutschen Einheit, wollen Kritiker der Corona-Massnahmen und Querdenker gegen die Corona-Prävention und die damit verbundenen Einschränkungen demonstrieren. Geplant ist auch die Bildung einer Menschenkette rund um den Bodensee. Eine weitere grosse Kundgebung soll am Sonntag stattfinden.

Gegendemos geplant

Die SP Kreuzlingen und weitere Organisationen versammeln sich an beiden Tagen an der Grenze zu Gegendemonstrationen, nach dem Motto «Spread Love, not Corona». Sie wollen ein «starkes Signal für Demokratie und Solidarität» senden. Auch die Thurgauer Kantonspolizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort.

Auslöser für die Vielzahl von Kundgebungen war die Ankündigung der deutschen Initiative «Querdenken», eine bundesweite Demonstration am Bodensee zu veranstalten. In vielen der angemeldeten Veranstaltungen in Konstanz geht es aber um Themen wie Solidarität, Verantwortung in Corona-Zeiten und den Kampf gegen Rassismus.

Ende August hatten Rechtsextremisten bei einer Corona-Demo in Berlin Flaggen des deutschen Kaiserreichs geschwenkt. Die Stadt Konstanz hat deshalb für die Kundgebungen «Reichsflaggen, Kaiserrechtsflaggen und Zeichen, die einen deutlichen Bezug zur Zeit oder zu den Verbrechen des Nationalsozialismus herstellen und eine Verbindung zu der aktuellen Corona-Pandemie herstellen», verboten.