Aktualisiert 11.10.2005 08:20

Erste Hilfslieferungen treffen in Kaschmir ein

Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan treffen in der betroffenen Region erste Hilfssendungen ein. Die Zahl der Todesopfer stieg in Pakistan auf 35'000 bis 40'000.

Etwa zehn Lastwagen brachten den Einwohnern in der Hauptstadt Muzaffarabad Lebensmittel, Zelte und Decken. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) begann mit Hilfsflügen, aus etlichen Staaten gingen weitere Zusagen für finanzielle Unterstützung ein. Die Zahl der Toten in Pakistan stieg nach Militärangaben unterdessen auf 35'000 bis 40'000.

Die meisten Überlebenden in Muzaffarabad hatten die vergangenen Nächte bei eisigen Temperaturen unter freiem Himmel verbracht. Eine geordnete Verteilung der Hilfsgüter in der Stadt war nahezu unmöglich: Mehr als 200 Menschen plünderten einen Vorrat an Lebensmitteln auf einem Fussballfeld. Ein Mann trug einen Sack Zucker weg, ein anderer lud eine Steige Trinkwasser auf sein Fahrzeug.

Japan kündigte an, die Katastrophengebiete mit 20 Millionen Dollar zu unterstützen. Aus Kanada kam eine Zusage in Höhe von 17 Millionen Dollar, nachdem das erste Angebot von rund 255'000 Dollar im eigenen Land als schäbig kritisiert worden war. Saudi-Arabien stiftete 70 Tonnen Hilfsgüter. Die amtliche saudische Nachrichtenagentur berichtete am Montag, ein Flugzeug mit Lebensmitteln, Decken, Zelten, Medikamenten und medizinischem Gerät sei auf dem Weg nach Islamabad. Für die Opfer in Pakistan und Indien seien eine Million Rial (220'000 Euro) zur Verfügung gestellt worden.

Kuwait versprach laut einem Bericht der BBC 100 Millionen Dollar, die Regierung in Singapur kündigte Unterstützung in Höhe von 200'000 Dollar an. Australien stockte sein Hilfsangebot auf 7,6 Millionen Dollar auf.

Der pakistanische Militärsprecher Shaukat Sultan erklärte, insgesamt 30 Hubschrauber würden Lebensmittel und Medikamente zu den Opfern bringen. Darunter sind auch acht Helikopter der US-Streitkräfte, die aus Afghanistan abgezogen wurden.

Bereits am Sonntag waren die ersten ausländischen Rettungsteams in Pakistan eingetroffen, am Montag landete das erste US-Flugzeug mit Hilfsgütern an Bord auf einem Luftwaffenstützpunkt nahe Islamabad. Auch aus Deutschland, Grossbritannien, Russland, China und anderen Ländern kamen Helfer und Hilfsgüter ins Land.

Angesichts der katastrophalen Schäden nahm Pakistan auch Hilfe von dem ehemaligen Erzrivalen Indien an. Eine gemeinsame Rettungsaktion im Grenzgebiet von Kaschmir lehnte die Regierung in Islamabad aber ab. In Indien kostete das Beben nach jüngsten Angaben mehr als 1.000 Menschen das Leben. Die Behörden erklärten am Dienstag, 934 Zivilpersonen und 71 Angehörige der Streitkräfte seien getötet worden.

In der pakistanischen Stadt Balakot, wo durch die heftigen Erdstösse mindestens drei Schulen einstürzten, wurden einem Fernsehbericht zufolge am Montag 40 Kinder gerettet. Die Rettungskräfte hätten ausserdem 60 Leichen geborgen, hiess es. In den Trümmern hätten möglicherweise noch weitere Kinder überlebt, sagte ein Einwohner. (dapd)

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