Ischgl: Erste Klagen gegen Österreich wegen Corona-Ausbruch im Party-Skiort

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IschglErste Klagen gegen Österreich wegen Corona-Ausbruch im Party-Skiort

Was bereits angekündigt war, wird nun Realität: Die Republik Österreich wird von Touristen verklagt. Der Verbraucherschutz hat Beschwerden gesammelt und die Klage jetzt eingereicht.

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Mehr als 6000 Touristen wollen die Republik Österreich verklagen.

Mehr als 6000 Touristen wollen die Republik Österreich verklagen.

Keystone
Dies, weil sie sich durch die starke Verbreitung des Coronavirus als Geschädigte sehen.

Dies, weil sie sich durch die starke Verbreitung des Coronavirus als Geschädigte sehen.

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Der Corona-Ausbruch in Ischgl, das auch «Ibiza der Alpen» genannt wird, galt als Hotspot des Landes und trug zur Verbreitung des Virus in ganz Europa bei.

Der Corona-Ausbruch in Ischgl, das auch «Ibiza der Alpen» genannt wird, galt als Hotspot des Landes und trug zur Verbreitung des Virus in ganz Europa bei.

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Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz klagen im Zusammenhang mit der Verbreitung des Coronavirus im Tiroler Ski-Ort Ischgl auf Schadenersatz. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) hat beim Landesgericht Wien erste Zivilklagen gegen die Republik Österreich eingereicht, teilte die private Organisation am Mittwoch mit.

Dabei handle es sich um erste Musterprozesse, vorerst um keine Sammelklage. Die Klagen seien im Namen von Einzelpersonen erfolgt. Insgesamt hätten sich mehr als 6000 Tirol-Ferienreisende bei dem Verein als Geschädigte gemeldet. Über 100 davon aus der Schweiz.

Gehören Sie zu den Schweizerinnen und Schweizer, die gegen die Republik Österreich klagen? Melden Sie sich doch bei uns, wir wollen Ihre Geschichte hören. Ihre Anonymität wird gewahrt.

Quarantäne in Ischgl

Der Corona-Ausbruch in Ischgl, das auch «Ibiza der Alpen» genannt wird, galt als Hotspot des Landes und trug zur Verbreitung des Virus in ganz Europa bei. Vor allem in überfüllten Après-Ski-Bars dürfte das Virus den idealen Nährboden für eine Verbreitung gefunden haben. Hunderte Österreicher und Tausende ausländische Touristen infizierten sich. Der erste Fall in Ischgl wurde am 7. März entdeckt, Tage nachdem bereits Island gewarnt hatte, dass sich Urlauber dort infiziert hätten.

Die ersten Fälle in Österreich wurden Ende Februar gemeldet. Bundeskanzler Sebastian Kurz kündigte schliesslich am 13. März eine sofortige Quarantäne für Ischgl und das umliegende Paznaun-Tal an. Touristen durften allerdings aus den Urlaubsorten abreisen, was heftig umstritten war, weil sich das Virus damit weiter ausbreiten konnte.

Behörden weisen Vorwürfe zurück

Die Tiroler Behörden wiesen alle Vorwürfe zurück. Man habe angesichts der damaligen Erkenntnisse über das Virus angemessen gehandelt. Nach Ansicht des Verbraucherschutzvereins hätten die Verantwortlichen allerdings zu spät reagiert und möglicherweise dem Druck des Tourismussektors nachgegeben.

Der Verbraucherschutzverein will als nächsten Schritt im kommenden Jahr versuchen, eine oder mehrere grosse Sammelklagen zu organisieren. «Doch bis solche Sammelklagen mit Urteilen enden, vergehen Jahre, wenn nicht Jahrzehnte,» sagte der Obmann des Vereins, Peter Kolba. «Wir haben daher heute einen offenen Brief an Bundeskanzler Kurz gerichtet und einen Runden Tisch für eine raschere Lösung vorgeschlagen. Das wäre im Interesse der Geschädigten, aber doch wohl auch im Interesse des Tourismus in Österreich, der dadurch unter die Ereignisse einen Schlussstrich ziehen könnte.»

(Reuters/ore)

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