Aktualisiert 13.01.2005 13:51

Erste Militäraktion Israels nach Wahl von Abbas

Zum ersten Mal seit der Wahl von Mahmud Abbas haben die israelischen Streitkräfte wieder Ziele im Gazastreifen angegriffen.

Kampfhubschrauber beschossen am Mittwochmorgen ein Ziel südlich der Stadt Gaza mit zwei Raketen, wie palästinensische Sicherheitskräfte mitteilten. Ein israelischer Militärsprecher sprach von einer «begrenzten Operation».

Nach dem Luftangriff stiessen israelische Panzer für kurze Zeit in die Stadt Gaza vor. Dabei kam es nach Augenzeugenberichten zu einer Schiesserei mit bewaffneten Palästinensern. Einem Armeesprecher zufolge drangen Soldaten in das Dorf Karawat Beni Seit nördlich von Ramallah ein, um zwei gesuchte Hamas-Mitglieder festzunehmen. Die Truppen hätten ein Haus umstellt und schliesslich gestürmt. Dabei sei es zu einem Feuergefecht gekommen, dem zwei Palästinenser zum Opfer gefallen seien. Anschliessend habe sich herausgestellt, dass es sich dabei um die beiden Gesuchten gehandelt habe.

Powell: Abbas mit «verstörenden Äusserungen»

Der amerikanische Aussenminister Colin Powell telefonierte am Dienstagabend mit Abbas und gratulierte ihm zu seinem Wahlsieg. Zuvor führte er nach Angaben seines Sprechers Richard Boucher auch Telefongespräche mit dem israelischen Aussenminister Silvan Schalom und dem neuen stellvertretenden Ministerpräsidenten Schimon Peres. «Wir werden damit fortfahren, den Prozess zwischen den beiden Parteien zu unterstützen», sagte Boucher. Dazu gehöre auch die Stärkung der palästinensischen Sicherheitskräfte im Westjordanland und im Gazastreifen, um die militanten Kräfte unter Kontrolle zu bringen.

Nach dem Wahlsieg von Mahmud Abbas wollen die USA mit dem neuen palästinensischen Präsidenten auch über dessen antiisraelische Äusserungen im Wahlkampf sprechen. Einige Bemerkungen seien besorgniserregend und verstörend gewesen, sagte US-Aussenminister Colin Powell in einem Interview des Fernsehsenders Fox, das am Mittwoch ausgestrahlt werden sollte. «Das werden wir direkt mit Herrn Abbas ansprechen», sagte Powell. Der PLO-Chef hatte vor der Wahl am vergangenen Sonntag Israel als «zionistischen Feind» bezeichnet.

(dapd)

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