Luzerner Pleite: Erste Niederlage im verflixten 7. Spiel

Aktualisiert

Luzerner PleiteErste Niederlage im verflixten 7. Spiel

Der FCZ beendet die erfolgreiche Serie des FC Luzern. Für Trainer Carlos Bernegger war das 1:4 im Letzigrund die erste Niederlage im siebten Spiel.

von
Eva Tedesco

Der FC Luzern verliert nach sechs Partien ohne Niederlage in Folge gegen den FCZ 1:4. Gleichzeitig war es die erste Pleite für Trainer Carlos Bernegger bei den Innerschweizern. (Video: 20 Minuten)

In der Schweiz scheitert jede dritte Ehe irgendwann – und die verflixte 7 (in diesem Fall Jahre) ist laut Statistik besonders gefährlich. Die böse Zahl 7 hat nun auch den FCL und Carlos Bernegger erwischt. Im Fall des FCL-Trainers sind es aber keine Jahre, nur Spiele. Der Argentinier musste sich in seinem siebten Spiel als Trainer der Innerschweizer zum ersten Mal mit dem Gefühl einer Niederlage auseinandersetzen.

Vierzehn Punkte hat der FCL unter Bernegger aus sechs Partien (4 Siege, 2 Remis) geholt und sich schon bald aus dem Abstiegskampf verabschiedet. Seit der ehemalige U21-Trainer des FCB in der Zentralschweiz die Regie übernommen hat, herrscht wieder Spielfreude in der Mannschaft. Sie zeigt einen erfrischenden Offensiv-Fussball und tankte mit jedem Erfolg mehr Selbstvertrauen. «Meine Mannschaft hat auch im Letzigrund gut gespielt und wurde am Ende hart bestraft», sagt Bernegger nach dem 1:4 gegen den FCZ.

Spektakel in den Strafräumen

«Wir haben den Gegner phasenweise sogar dominiert, haben aber leider unsere Chancen nicht verwertet. Es ist zwar die erste Niederlage, aber wenn man die Art du Weise betrachtet und gesehen hat, wie teuer sie die Mannschaft verkauft hat, dann denke ich, dass weitere Siege folgen werden», zeigte sich Bernegger nach der Niederlage dennoch nicht ganz unzufrieden. «Die Zuschauer haben in beiden Sechzehnern Spektakel geboten bekommen. Leider mit dem schlechteren Ende für uns, aber es werden noch Spiele kommen, in denen es wieder für uns läuft», so der FCL-Trainer weiter.

Tatsächlich bekamen die 10'300 Zuschauer im Letzigrund ein unterhaltsames, temporeiches Spiel und neben unzähligen Chancen auch fünf Tore zu sehen. Mario Gavranovic (45.) eröffnete das Skore kurz vor der Pause. «Wir haben gut gespielt und kurz vor der Pause, einem unglücklichen Zeitpunkt, das Tor kassiert», sagt Jérôme Thiesson dazu. Man konnte zwar noch reagieren – Sally Sarr (58.) erzielt den Ausgleich – aber es habe nicht mehr so gut ausgesehen wie in der ersten Halbzeit und deshalb ginge das Resultat auch in dieser Höhe in Ordnung.

Das etwas zu hohe Resultat

Marco Schönbächler (66.), Josip Drmic (91.) und Yassine Chikhaoui (94.) sorgten danach für den Schlussstand. «Wir sind am Schluss ziemlich kaputt gewesen, aber ein 1:2 oder 1:3 wäre eher in Ordnung gewesen», sagt Captain Michel Renggli, der das 1:4 für zu hoch empfindet und damit nicht unrecht hat. Das sieht auch FCZ-Trainer Urs Meier so.

«Das Resultat ist vielleicht etwas zu hoch ausgefallen», sagt selbst FCZ-Trainer Urs Meier, der dem Gegner unverhohlen Respekt zollt. «Man hat gegen uns gesehen, warum der FCL in den vergangenen Wochen gute Resultate erzielt hat und in sechs Partien lediglich drei Gegentore zugelassen hat. Umso höher ist die Leistung meiner Mannschaft zu bewerten, der in einem Spiel vier Tore gegen dieses Luzern gelungen ist.»

Der Trend ist erkennbar

Die Niederlage sei schmerzhaft, aber kein Weltuntergang, sagt Bernegger und setzt damit einen Schlussstrich unter den unglücklichen Abend in Zürich. «Wir haben in den letzten fünf Wochen sehr hart trainiert und es wartet weiter viel Arbeit auf uns. Aber solche Spiele geben uns viele Informationen für die Planung der nächsten Saison, die wir zusammen mit Alex Frei bereits begonnen haben. Wenn die Saison fertig ist, werden wir uns mit den Details beschäftigen. Wir werden die Vorbereitung benützen, um noch besser zu werden. Der Trend ist erkennbar und wir wollen vorwärtskommen.»

Und die verflixte 7 kann Bernegger nun nicht mehr vom Weg abbringen. Obwohl: Die Zahl 7 hat für die menschliche Psyche oftmals eine besondere Bedeutung, deshalb wird alles Mögliche hineininterpretiert. Diesmal vom Autor.

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