Aktualisiert 18.01.2015 15:08

Wetterberuhigung

Erste Pässe sind wieder offen

Am Samstag schneite es in der ganzen Schweiz. Verschiedene Pässe waren gesperrt, das Engadin war zeitweise nur via den Autoverlad Vereina erreichbar.

von
cho/bee
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Schnee, so weit das Auge reicht: Leser-Reporterin Katrin B. schickte dieses Bild aus Prättigau GR.

Schnee, so weit das Auge reicht: Leser-Reporterin Katrin B. schickte dieses Bild aus Prättigau GR.

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Aber auch in tieferen Regionen liegt die weisse Pracht, wie etwa in Dottikon AG.

Aber auch in tieferen Regionen liegt die weisse Pracht, wie etwa in Dottikon AG.

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In Regensberg ZH freute sich Leser-Reporter Wolfram Selter besonders über den Schnee.

In Regensberg ZH freute sich Leser-Reporter Wolfram Selter besonders über den Schnee.

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Der Föhn fiel in der Nacht auf Samstag in sich zusammen, die Schneefallgrenze sank auf rund 400 Meter. Frau Holle nutzte die Gunst der Stunde und schüttelte kräftig ihr Kissen. So meldete sich etwa Leser-Reporter Markus aus St. Moritz: «Hier ist alles von einer dicken Schneedecke überzogen. Endlich ist der Winter zurück.» Aber auch Leser aus tieferen Regionen schickten Fotos von weissen Landschaften.

Klaus Marquardt von Meteonews bestätigt: «Am Samstagvormittag schneite es praktisch in der ganzen Schweiz.» Er rechnet damit, dass es 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee gab.

Zu warm für Schnee

Ob die weisse Pracht im Flachland liegen bleibt, kann Marquardt nicht sagen, das komme ganz auf die Menge an: «Weil der Boden noch warm ist und die Temperaturen im positiven Bereich sind, schmilzt der Schnee relativ rasch.» Sei jedoch genug Schnee gefallen, so dass er sich bis am Sonntag halten könne. Wer am Samstag noch zu wenig Schnee im Garten hatte, um einen Schneemann zu bauen, hat am Dienstag erneut die Chance auf Neuschnee. Denn dann soll es laut Marquart erneut schneien.

Er empfiehlt Schneesport-Fans, am Sonntag in die Berge zu fahren. Jedoch gelte es früh aufzustehen, denn die Sonne scheine nur bis mittags, dann würden Wolken aufziehen. «Ich überlege mir selber in die Berge zu fahren – jedoch werden wohl manche die gleiche Idee haben», so Marquardt.

Auswirkung auf Strassen und Schienen

Wegen des starken Schneefalls waren im Tessin und im Graubünden am Samstag diverse Strassen schneebedeckt. Dies sorgte bei den Winterdiensten für viel Arbeit. In St. Moritz stürzte ein mit Schnee beladener Lastwagen in den Fluss Inn.

Der Lastwagenfahrer beabsichtigte, den zuvor beim Bahnhof St. Moritz geladenen Schnee in den Inn zu kippen. Dabei fuhr er bei der Abladedeponie zu weit zurück und rutschte rund 50 Meter über den steilen Hang ab. Der Fahrer wurde nicht verletzt.

Wer ins Engadin will, braucht viel Geduld

Die grossen Schneemassen führten am Samstag dazu, dass verschiedene Bündner Pässe gesperrt wurden. So waren etwa der Maloja, Julier und Lukmanier aus Sicherheitsgründen nicht befahrbar, an der Lenzerheide waren zudem Schneeketten obligatorisch. Wie der Verkehrsinformationsdienst Viasuisse schrieb, blieb das Engadin bis Sonntag praktisch abgeschottet. Die Region war auf Schweizer Seite nur via den Autoverlad Vereina erreichbar. Und dort war der Ansturm massiv: In Selfranga bei Klosters betrug die Wartezeit mindestens 3 Stunden. «Wir haben zwei Stunden gewartet, bis wir auf den Zug konnten», so ein 20-Minuten-Leser.

Am Vormittag bestanden für Reisende noch keine Wartezeiten, mit zunehmendem Wintersportverkehr musste jedoch mit langen Wartezeiten gerechnet werden. Infolge der Lawinengefahr war die Albulalinie der RhB zwischen Preda und Bever, auf der Linie Chur – St. Moritz, unterbrochen.

Erhöhte Lawinengefahr

Das eindrückliche Zurückmelden des Winters hat in den Bergen stellenweise bis zu einem Meter Neuschnee gebracht. Dies führte vor allem im Gotthardgebiet und bis ins Puschlav zu grosser Lawinengefahr.

Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF warnte in seinem Lawinenbulletin vom Samstag vor «grossen Triebschneeansammlungen», die störanfällig sind. Es rechnete mit zahlreichen kleinen und mittleren spontanen Lawinen.

Das SLF riet dringend von Schneesport abseits gesicherter Pisten ab. Im San Bernardino- und im Maloja-Gebiet seien die Verhältnisse auch «für Touren und Variantenabfahrten abseits gesicherter Pisten sehr gefährlich». Im übrigen Alpengebiet herrschte erhebliche Lawinengefahr. Auch hier warnte das SLF davor, die Pisten zu verlassen.

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