Hohe Busse droht: Erste Quarantäne-Ignoranten sind aufgeflogen
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Hohe Busse drohtErste Quarantäne-Ignoranten sind aufgeflogen

Wer aus einem Risikoland einreist, muss in Quarantäne. Daran halten sich viele jedoch nicht. Jetzt sind den Kantonen erste Quarantänesünder bekannt.

von
Nadine Wozny
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Wer aus einem Risikoland einreist, muss sich für 10 Tage in Quarantäne begeben.

Wer aus einem Risikoland einreist, muss sich für 10 Tage in Quarantäne begeben.

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Diese umfasst neu 42 Länder.

Diese umfasst neu 42 Länder.

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Das BAG hat die Risikoliste für Reisende aktualisiert.

Das BAG hat die Risikoliste für Reisende aktualisiert.

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Darum gehts

  • In mehreren Kantonen sind Personen bekannt, die aus einen Risikoland eingereist sind, sich jedoch nicht an die Quarantäneregeln halten.
  • In Basel sind die Quarantänesünder bei Befragungen aufgeflogen.
  • In St. Gallen heisst es: «Wir nehmen an, dass die Dunkelziffer hoch ist.»

Wer aus einem Risikoland einreist und die Quarantänepflicht ignoriert, riskiert eine Busse von bis zu 10’000 Franken. Trotzdem halten sich einige Risikotouristen nicht an die Vorschriften. Wie die Sonntagspresse berichtete, hält sich die Mehrheit nicht an die Quarantänepflicht.

Nun sind erste Quarantänesünder aufgeflogen. Sie hätten sich gar nicht für die Quarantäne angemeldet oder sich nicht an die Regeln gehalten, berichtet der «Tages-Anzeiger» (Artikel ist kostenpflichtig). In Basel sind es «vereinzelte Fälle». Bekannt wurden sie, als im Kanton die Neuinfektionen gemeldet wurden. Der kantonsärztliche Dienst hat die Infizierten befragt und herausgefunden, dass sie aus einem Risikoland eingereist sind.

Auch Zürich meldet «einige Verzeigungen». In Bern wird derzeit ein Fall abgeklärt. In den Kantonen St. Gallen und Luzern sind noch keine Quarantänesünder aufgeflogen. Ein Sprecher des Kantons St. Gallen sagt jedoch im Bericht: «Wir nehmen aber an, dass die Dunkelziffer hoch ist.»

Wer muss in Quarantäne

Wer aus einem Risikoland in die Schweiz einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Seit Donnerstag gilt eine neue Risikoliste mit 42 Ländern. Neu in diese Liste aufgenommen wurden etwa Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Mexiko. Schweden und Weissrussland wurden gestrichen. Die Eingereisten müssen sich innert zweier Tage bei den kantonalen Behörden melden. Diese kontrollieren die Einhaltung der Quarantäne laut eigenen Angaben mit Stichproben.

Kontaktdaten werden von Hand erfasst

Am Dienstag wurde bekannt, dass das BAG seit Anfang Juni verlangt, dass Airlines Tausende von Zetteln mit Angaben zur Person, Reiseroute, Sitznummer und Wohnsitz von in die Schweiz einreisenden Personen sammeln. Diese handschriftlich ausgefüllten Kontaktkarten würden in Kisten 14 Tage lang aufbewahrt und danach vernichtet.

Die Fluggesellschaften sind laut BAG aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Angaben korrekt und vollständig sind. Das BAG fordere von den Airlines jede Woche die Kontaktdaten von rund 20 bis 30 zufällig ausgewählten Flügen. «Spätestens ab nächster Woche sollen auch Kontaktkarten aus Busverbindungen den Kantonen zur Verfügung gestellt werden», sagt die BAG-Sprecherin.

Die Kontaktdaten von quarantänepflichtigen Personen (aus Gebieten mit erhöhtem Infektionsrisiko) werden vom BAG an die Kantone weitergeleitet, diese sind gebeten, die Einhaltung der Meldepflicht bzw. Quarantänepflicht zu überprüfen. Das BAG wertet das Echo der Kantone aus und wird, wie es auf Anfrage heisst, in ein bis zwei Wochen über das weitere Vorgehen entscheiden.

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