Erste Tötungen wegen Freilandverbot
Aktualisiert

Erste Tötungen wegen Freilandverbot

Die Nutztierschutz- Organisation kagfreiland beklagt die ersten Tötungen wegen des Freilandverbots für das Schweizer Geflügel. Die eingesperrten Freiland-Tiere hätten mit grosser Unruhe reagiert.

Mehrere Bauern hätten ihre Tiere vorzeitig schlachten müssen und in einem Betrieb hätten sich Tiere zu Tode getrampelt.

Das Freilandverbot beeinträchtige das Wohl der Tiere massiv, heisst es in einer Mitteilung von kagfreiland. Zwar befinde sich das Geflügel mittlerweile überall im Stall oder im Aussenklimabereich, doch die eingesperrten Tiere reagierten mit grosser Unruhe. Die grössten Probleme würden beim Wassergeflügel auftreten. In einem grossen Legehennenbetrieb hätten sich die Tiere, ungeduldig vor den Auslauföffnungen wartend, gegenseitig zu Tode getrampelt, heisst es. Mehrere Bauern hätten ihre Tiere vorzeitig schlachten müssen. In einem Fall seien 60 Gänse und Enten getötet worden. Bei Legehennen seien zum Glück noch keine Schäden wegen gegenseitigen Bepickens aufgetreten. Bei Mastpoulets und Truten seien nach Bestandesdezimierungen und dem Bau zusätzlicher überdachter Aussenbereiche noch keine grösseren Probleme bekannt geworden. Hingegen würden Truten die ihnen gebotenen Beschäftigungsmöglichkeiten kaum annehmen. Daher seien Probleme und vorzeitige Schlachtungen nicht auszuschliessen. Jetzt Truten und Gänse zu töten, ist laut kagfreiland sehr nachteilig, weil sie eigentlich für Weihnachten eingestallt wurden. Gegenwärtig sei aber kaum Kundschaft für dieses Fleisch vorhanden. Schlimm wäre, wenn tierfreundliche Bauern keinen Absatz für ihre artgerecht gehaltenen Tiere fänden, heisst es. Neben Absatzeinbussen kämen noch die Kosten für die baulichen Massnahmen hinzu. Viele Bauern würden sich zudem grosse Sorgen machen, ob das Freilandverbot über den 15. Dezember hinaus bestehen bleibe und was im Frühling auf sie und die Tiere zukomme, wenn die Zugvögel in ihre Heimat zurückkehrten. (dapd)

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