Aktualisiert 21.11.2017 06:10

Verzweifelte Suche Erste U-Boot-Offizierin Südamerikas verschollen

Argentiniens Marine sucht nach ihrem verschollenen U-Boot. Mit an Bord befindet sich auch Eliana Maria Krawczyk, die erste U-Boot-Offizierin Südamerikas.

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Die Suche nach der vermissten ARA San Juan geht weiter: Ein US-Soldat beobachtet das Meer. (27. November 2017)

Die Suche nach der vermissten ARA San Juan geht weiter: Ein US-Soldat beobachtet das Meer. (27. November 2017)

Keystone/AP/Argentina Navy
Die Atombehörde CTBTO mit Sitz in Wien teilte am 23. November 2017 der argentinischen Marine mit, dass sie am Tag des Verschwindens der ARA San Juan eine Explosion vernommen haben.

Die Atombehörde CTBTO mit Sitz in Wien teilte am 23. November 2017 der argentinischen Marine mit, dass sie am Tag des Verschwindens der ARA San Juan eine Explosion vernommen haben.

Google Earth/ctbto
Das aufgezeichnete Ereignis als «anormal, einzig, kurz, gewaltig und nicht nuklearen Ursprungs» gewesen, teilte die CTBTO mit. Marine-Sprecher Enrique Balbi erklärte, dass das akustische Signal 3 Stunden und 31 Minuten nach der letzten Funkmeldung mit der U-Boot-Besatzung vernommen wurde.

Das aufgezeichnete Ereignis als «anormal, einzig, kurz, gewaltig und nicht nuklearen Ursprungs» gewesen, teilte die CTBTO mit. Marine-Sprecher Enrique Balbi erklärte, dass das akustische Signal 3 Stunden und 31 Minuten nach der letzten Funkmeldung mit der U-Boot-Besatzung vernommen wurde.

epa/Carlota Ciudad

Seit fünf Tagen fehlt von dem im Südatlantik verschollenen argentinischen U-Boot jede Spur. Das schlechte Wetter und Wellen bis zu sechs Metern Höhe haben in den letzten Tagen die Suche nach der ARA San Juan erschwert, die sich auf einer Routinefahrt von Ushuaia nach Mar del Plata befand. Vor Dienstag wird kein besseres Wetter erwartet. Was weiss man bis jetzt?

• Wer ist alles an Bord?

Neben den 43 männlichen Besatzungsmitgliedern befindet sich an Bord des U-Bootes die 34 Jahre alte Eliana Maria Krawczyk, die erste U-Boot-Offizierin in der Geschichte Südamerikas. Ihr Vater Eduardo sprach mit dem Nachrichtenportal «Infobae»: «Wir erleben gerade dramatische Momente, aber ich rede mir ein, dass alles gut enden wird.»

Familie Krawczyk stammt aus der Ortschaft Oberá in der Provinz Misiones, tief im argentinischen Hinterland. Eliana hat im Alter von 21 Jahren erstmals das Meer gesehen. Und sie war davon begeistert: «Das Meer ist ihr Leben», erzählt der Vater.

Zu jenem Zeitpunkt studierte die junge Frau Ingenieurwissenschaften. Über eine Anzeige der Streitkräfte im Internet fand sie dann zur Marine. 2012 schloss sie zusätzlich eine Ausbildung als Taucherin ab. Im U-Boot ist sie für Jagdtorpedos zuständig. Die Beengtheit und Nähe zu ihren männlichen Kollegen im U-Boot war für sie nie ein Problem. Krawczyk teilt ihre Kabine mit zwei Männern.

• Hat die Crew Hilfesignale abgesetzt?

Am Samstag gab es einen Hoffnungsschimmer, nachdem die argentinische Marine sieben, nur wenige Sekunden lange, Satellitensignale empfangen hatte. Inzwischen ist aber nicht klar, ob es wirklich Versuche der Crew waren, mit anderen Schiffen zu kommunizieren, sagte Marine-Sprecher Enrique Balbi zu argentinischen Medien.

• Wie und wo wird nach dem U-Boot gesucht?

Insgesamt 13 Schiffe und sechs Flugzeuge beteiligen sich an der internationalen Suchaktion, schreibt die argentinische Zeitung «La Nación». Fünf Schiffe mit Radar-Sonden – vier argentinische und ein brasilianisches – haben sich das fragliche 482'500 Quadratkilometer grosse Seegebiet rund 430 Kilometer vor der südlichen Atlantikküste Argentiniens aufgeteilt und verfolgen die Strecke der ARA San Juan, berichtet zudem «Minuto Uno».

Die USA beteiligten sich mit vier unbemannten Mini-U-Booten der US-Marine und einem Nasa-Suchflugzeug ebenfalls an dem Grosseinsatz. Auch der Ölkonzern Total, der in einem Meeresgebiet weiter südlich Öl fördert, stellte ein Schiff für die Suche zur Verfügung.

• Was könnte mit dem U-Boot passiert sein?

Am wahrscheinlichsten hält man ein technisches Versagen, etwa ein Problem mit der Stromversorgung, wodurch die Kommunikation mit dem Boot unterbrochen wurde. Es sei auch möglich, dass das U-Boot auf dem Meeresgrund liege, sagte Marine-Sprecher Balbi.

Einige Angehörige der Besatzungsmitglieder warten seit Samstag am Hafen von Mar del Plata, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires, wo das U-Boot planmässig am Samstag hätte ankommen sollen. «Wir sind alle in Angst, aber wir geben die Hoffnung nicht auf», sagte Marcela Moyano, deren Mann Hernán Rodríguez als Maschinist zur Besatzung der ARA San Juan gehört. «Ich will, dass mein Mann zurückkommt.» Sie schreibe ihm weiterhin Whatsapp-Nachrichten, wie sie es sonst auch getan habe.

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