Gemeinderat: Erste Velohauptroute für Bern
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GemeinderatErste Velohauptroute für Bern

Mit verschiedenen Massnahmen soll der Veloverkehr in Bern gefördert werden. Unter anderem soll eine Velohauptroute vom Hauptbahnhof zum Wankdorf führen.

Der Veloverkehr in Bern soll gefördert werden. Unter anderem soll eine neue Velohauptroute entstehen.

Der Veloverkehr in Bern soll gefördert werden. Unter anderem soll eine neue Velohauptroute entstehen.

Der Gemeinderat soll dafür sorgen, dass sich bis 2030 der Veloanteil am Stadtverkehr verdoppelt. Die Forderung kam von der Fraktion GB/JA und reüssierte in verbindlicher Form als Motion. Der Anteil der Fahrten, der mit dem Velo zurückgelegt wird, stagniert in Bern seit zehn Jahren bei elf Prozent. Das müsse sich ändern, befand die Ratsmehrheit.

Lediglich als Postulat passierte ein gemeinsamer Vorstoss der Rot-Grün-Mitte-Parteien, der Velofahrenden in der Stadt mehr Sicherheit verschaffen will. Unter anderem sollen auf dicht befahrenen Strassen die Radstreifen 1,8 Meter breit sein.

Keine Disziplinierung

Verworfen wurde hingegen ein Vorstoss der SVP, der vom Gemeinderat Massnahmen zur Disziplinierung der Velofahrer forderte. Die SVP störte sich am wilden Parkieren von Fahrrädern in der Innenstadt und an der Missachtung von Verkehrsregeln und Fahrverboten, etwa auf den Aarewegen.

Dagegen vorzugehen, sei nicht Sache der Politik, sondern der Polizei, befand indes die Ratsmehrheit. Die rot-grüne Seite und die Grünliberalen betonten in mehreren Voten ganz grundsätzlich, dass die Stadt Bern mit der Veloförderung vorwärtsmachen müsse.

Das Velo sei für die urbane Mobilität der Zukunft zentral, sagte Franziska Grossenbacher (GB): «In Bern braucht es dazu einen Quantensprung.» Velofahren sei platzsparend, lärm- und emissionsarm und erst noch gesund, fügte Daniel Imthurn (GLP) an.

Kritik am Gemeinderat

Der Gemeinderat unternehme zu wenig für die Veloförderung, wurde mehrfach kritisiert. Er sei mutlos, und ihm fehle es an einem Gesamtkonzept. Letzteres bemängelten auch die Bürgerlichen. Sie sprachen sich aber für eine «freie Wahl des Verkehrsmittels» aus und wandten sich gegen eine Bevorzugung des Velos auf Kosten des motorisierten Individualverkehrs.

Es gebe auch Personen, die nicht Velo fahren wollten oder könnten, darunter Betagte und Behinderte, argumentierte Alexander Feuz (SVP). Christoph Zimmerli (FDP) störte sich an der Dogmatik, mit der die rot-grüne Seite das Velothema behandle.

Ausser beim SVP-Vorstoss war der Gemeinderat bereit gewesen, die Forderungen entgegenzunehmen. Bei der Veloförderung gehe es nicht um Ideologie, stellte Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) fest. Die Mobilität werde zunehmen, und das Velo habe das Potenzial, den Zuwachs aufzufangen. Berns Verkehrsdirektorin wehrte sich gegen den Vorwurf, der Gemeinderat habe keine Strategie.

Neue Velohauptroute

Auf der Traktandenliste stand auch ein vom Gemeinderat beantragter Kredit von 1,74 Millionen Franken für die erste Velohauptroute in Bern. Bund und Kanton dürften einen Teil der Kosten übernehmen.

Die Veloroute soll vom Hauptbahnhof via Nordring bis zum Wankdorfplatz führen und Velofahrenden eine schnelle und sichere Verbindung ermöglichen. Vorgesehen sind abgetrennte Velowege und eine möglichst «grüne Welle» bei den Lichtsignalanlagen.

Die Zeit reichte jedoch nicht aus, um das umstrittene Geschäft zu Ende zu beraten. Mehrere Abänderungsanträge lagen vor, und die Bürgerlichen wollten die Vorlage ganz zurückweisen. Der Stadtrat wird an einer nächsten Sitzung darüber entscheiden.

(sda)

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