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KindesmisshandlungErste Verurteilung im Horrorheim-Fall

Mehr als eineinhalb Jahre nach Bekanntwerden von Kindesmisshandlungen in einem Heim auf der Kanalinsel Jersey ist ein Ex-Angestellter zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 78- Jährige ist der erste verurteilte Ex-Mitarbeiter des Heims «Haut de la Garenne».

Er hatte die Vorwürfe bestritten. Gemäss Urteil hatte er sich an drei Mädchen und einem Jungen vergangenen, die sich in seiner Obhut befunden hatten.

«Die Kinder hätten Pflege, Liebe und Freundlichkeit erwarten sollen und mussten sexuelle Schikane und Lieblosigkeit erfahren», sagte der Richter bei der Verkündung des Strafmasses am Montag. Zu den Übergriffen war es in den 70er Jahren gekommen.

Das Kinderheim «Haut de la Garenne» war nach Knochenfunden im Keller im Februar 2008 als Schauplatz brutaler Kindesmisshandlungen in die Schlagzeilen geraten (20 Minuten online berichtete). Bis zu 150 frühere Heimbewohner berichteten von regelmässigen Sexgelagen der Angestellten, die Mädchen und Jungen vergewaltigt und gefoltert hätten.

Die Verbrechen sollen in der Zeit von 1960 bis zur Schliessung des Kinderheims 1986 verübt worden sein. Die Polizei nahm mehrere ehemalige Heimangestellte fest. Der Verdacht, dass in dem Heim auch Kinder getötet wurden, hat sich nicht bestätigt. (sda)

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