Aktualisiert 09.12.2007 18:02

Erste Züge durch den Lötschberg

Der Wechsel zum neuen SBB-Fahrplan ist praktisch problemlos abgelaufen. Die Reisenden auf den ersten Zügen durch den Lötschberg-Basistunnel wurden auf beiden Seiten empfangen. Das Wallis ehrte «Mister Lötschberg» Adolf Ogi.

Der ehemalige Bundesrat reiste am Sonntagmorgen um 6.07 Uhr zusammen mit anderen Ehrengästen im ersten Zug durch den Tunnel von Bern ins Wallis. Im neuen NEAT-Bahnhof Visp wurde der Zug mit einem Feuerwerk empfangen. Ogi erhielt einen ihm gewidmeten Felsbrocken aus dem Tunnel.

Ogi sei der «Mister Lötschberg», ohne ihn wäre der Lötschberg- Basistunnel nie gebaut worden, sagte der Walliser Staatsratspräsident Jean-Jacques Rey-Bellet. Das Wallis verdanke Ogi das Bauwerk des Jahrhunderts, sekundierte der Walliser alt Ständerat Daniel Lauber.

Ogi: Langer Weg

Von der Organisation «Wallis Tourismus» wurde Ogi zum «Ehrengast des Wallis» ernannt, von den rund hundert geladenen Gästen erhielt der ehemalige Magistrat langen Applaus. Der Weg bis zur Eröffnung des Tunnels sei nicht leicht gewesen, sagte Ogi. Er erinnerte sich daran, dass er vor 20 Jahren auch früh habe aufstehen müssen: Ogi war am 9. Dezember 1987 zum Bundesrat gewählt worden.

Die Passagiere des ersten Lötschberg-Zuges erhielten in Visp einen Kaffe und ein Brioche. In Bern erhielten die Reisenden ein kleines Geschenk überreicht.

Die SBB verzeichnete laut einem Sprecher keinen Ansturm von Reisenden, welche die neue Linie befahren wollten. Abgesehen von einem Zug, der wegen eines Lokomotiv-Defekts umgeleitet werden musste, bereitete die Inbetriebnahme des Lötschberg-Basistunnels keine Problem.

Problemloser Wechsel

Der Bahnverkehr nach dem neuen Fahrplan habe auch auf dem übrigen Netz gut geklappt, sagte SBB-Sprecher Reto Kormann am Sonntag auf Anfrage. Das sei nicht selbstverständlich, da es für den Fahrplanwechsel keine Hauptprobe gebe.

«Das kalte und nasse Wetter hat nicht viele Menschen in die Berge oder auf Ausflüge gelockt», sagte Kormann weiter. Dadurch sei die Belastung und damit die Gefahr für Verspätungen eher gering gewesen. Bei schönem Wetter wäre vor allem auch der neue Lötschbergtunnel einer grösseren Belastung ausgesetzt gewesen.

Die Nagelprobe für den neuen Fahrplan stehe allerdings erst am Montag bevor. Dann verkehrt auch der Berufs- und Güterverkehr wieder.

Abläufe einspielen

Bis der neue Fahrplan beim Personal zur Routine werde, dürften einige Wochen vergehen, schreibt die SBB. Bei Störungsfällen seien die Abläufe noch nicht eingespielt, das dauere erfahrungsgemäss eine Weile - besonders beim komplexen Fahrplansystem im dichtest befahrenen Bahnnetz der Welt.

Mit dem Inkrafttreten des neuen Fahrplans verkürzt sich die Reise ins Wallis um eine ganze Stunde. Grund dafür ist der neue Lötschberg-Basistunnel. Gleichzeitig erhöhte die SBB ihre Billetpreise.

(sda)

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