Wales: «Erstecht sie, zerquetscht sie» – Briten sollen invasive Flusskrebse töten

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Wales«Erstecht sie, zerquetscht sie» – Briten sollen invasive Flusskrebse töten

Invasive Flusskrebse sollen mithilfe der Bevölkerung getötet werden. Das will eine Naturschutzorganisation.

von
Samira Kunz
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Eine Naturschutzorganisation in Wales möchte, dass die Bevölkerung Signalkrebse mit einem Messer ersticht.

Eine Naturschutzorganisation in Wales möchte, dass die Bevölkerung Signalkrebse mit einem Messer ersticht.

imago stock&people
Alternativ könne man sie auch unter einem Stein zerquetschen.

Alternativ könne man sie auch unter einem Stein zerquetschen.

IMAGO/blickwinkel
Wegen der invasiven Signalkrebse ging der Bestand der einheimischen Dohlenkrebse auf 90 Prozent zurück.

Wegen der invasiven Signalkrebse ging der Bestand der einheimischen Dohlenkrebse auf 90 Prozent zurück.

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Darum gehts

  • Eine Naturschutzorganisation in Wales möchte, dass die Bevölkerung die invasiven Signalkrebse tötet.

  • Man könne sie mit einem Messer erstechen oder unter einem Stein zerquetschen.

  • Das sei notwendig, da sie zum Aussterben der einheimischen Dohlenkrebse beitragen.

Eine Naturschutzorganisation in Wales möchte, dass die Bevölkerung Flusskrebse tötet. Die aus Amerika eingeschleppten Signalkrebse verdrängen die einheimischen Dohlenkrebse, die sehr wichtig für das Ökosystem sind. Nicht nur fressen die Signalkrebse den Dohlenkrebsen das Futter weg, sie fressen auch die Krebse selbst und verbreiten die Krebspest, weshalb sich der Bestand auf zehn Prozent reduziert hat, wie NorthWalesLive berichtet. Deshalb sei es inzwischen illegal, die Krebse leben zu lassen.

Die Naturschutzorganisation North Wales Wildlife Trust (NWWT) empfehle, die Krebse «human» mit einem Messer zu erstechen. «Uns ist klar, dass nicht jeder ein Messer dabeihat», sagt die Krebsexpertin Helen Carter-Emsell gegenüber NorthWalesLive. Hat man kein Messer dabei, könne man die Krebse unter einem Stein zerquetschen. Dem NWWT sei aber bewusst, dass diese Technik für einige Menschen «unangenehm» sein könne, so Carter-Emsell.

Unterscheidung ist schwierig

Helen Carter-Emsell ist Beauftragte für das Pilotprojekt North Wales Resilient Ecosystems, eine Initiative der NWWT zur Bekämpfung invasiver, nicht heimischer Arten wie des US-Signalkrebses. Es habe schon mehrere Versuche gegeben, den Bestand zu reduzieren, doch es sei ein schwieriges Unterfangen, sagte sie gegenüber NorthWalesLive. So habe man versucht, sie in Fallen zu fangen und zu essen – Signalkrebse gelten als Delikatesse – doch die meisten seien noch zu klein gewesen, um sie zu fangen. Ausserdem können die Fallen Otter ertränken. Auch der Aufruf an die Bevölkerung sei nicht ohne Risiko, da diese die Krebsarten möglicherweise nicht unterscheiden könne. Carter-Emsell rufe deshalb dazu auf, die Unterschiede zu lernen, so NorthWalesLive.

Die Schweiz stehe vor dem gleichen Problem. Lebensraumverlust, Konkurrenzkampf und die Krebspest setze den letzten verbleibenden Stein- und Dohlenkrebsbeständen stark zu, so das Bundesamt für Umwelt. Die Koordinationsstelle für Flusskrebse unterstützt den Bund im Kampf darin, die einheimischen Krebse zu schützen. Sie empfiehlt besonders Personen, die sich oft an Gewässern aufhalten, ihre nasse Kleidung zu desinfizieren oder mindestens ganz zu trocknen, bevor sie von einem Gewässer ins nächste gehen. So soll die Verbreitung der Krebspest verhindert werden.

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Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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