Erkältungserkrankungen: Erstens ist es anders, zweitens als man denkt
Aktualisiert

ErkältungserkrankungenErstens ist es anders, zweitens als man denkt

Unser Immunsystem bekämpft Erkältungsviren anders als bisher angenommen. Die neu gewonnenen Erkenntnisse britischer Wissenschaftler könnten zur Entwicklung wirksamerer Medikamente beitragen.

von
rre

Legten Forscher des Medical Research Council's Laboratory of Molecular Biology in Cambridge, England, den Grundstein zur Entwicklung neuer Arzneien gegen Erkältungserkrankungen?

Bisher ging man davon aus, dass Erkältungsviren ausschliesslich ausserhalb der Zellen durch Antikörper (Proteine, die Bakterien und Viren identifizieren und neuralisieren) bekämpft werden können.

Den Wissenschaftlern aus Cambridge gelang es laut «CBS News» jetzt nachzuweisen, dass die Viren gemeinsam mit den Antikörpern in die gesunden Zellen eindringen.

«Den Weg für neue Medikamente ebnen ...»

«Wir wissen noch nicht, ob alle Viren durch diesen Mechanismus zerstört werden. Es ist aber durchaus denkbar, dass unsere Forschungsergebnisse den Weg für neue antivirale Medikamente ebnen», erklärt Leo James, einer der Wissenschaftler.

Einem Artikel zufolge, der am Dienstag in der Online-Ausgabe des Magazins «Proceedings of the National Academy of Sciences» veröffentlicht wurde, spielt das Protein TRIM21 den neusten Erkenntnissen nach eine wichtige Rolle. Sobald ein Virus in die Zelle eindringt, erkennt TRIM21 den dazugehörigen Antikörper und verbannt das Virus in ein zelleigenes Entsorgungssystem. Normalerweise wird dieser Entsorgungsapparat bereits aktiv, bevor das Virus die Zelle schädigen kann. Eine grössere Anzahl der TRIM21-Proteine unterstützt die Arbeit des Enstorgunssystems und stellt damit eine wichige Rolle in der Infektionsabwehr dar.

«Das ist ein natürlicher Abwehrmechanismus. Erst wenn wir begriffen haben, wie dieser Mechanismus genau funktioniert, können wirksame Medikamente entwickelt werden», sagt Hugh Pelham vom Medical Research Council.

Deine Meinung