Erster Ausbruch der Vogelgrippe in Afrika
Aktualisiert

Erster Ausbruch der Vogelgrippe in Afrika

Bei tausenden Hühnern einer Zuchtbatterie in Nigeria wurde ein besonders aggressiver Stamm des auch für Menschen gefährlichen Erregers H5N1 nachgewiesen.

40.000 Tiere seien der Krankheit erlegen, sagte ein Sprecher des Internationalen Tierseuchenamts (OIE) in Paris. Die restlichen 6.000 Hühner der Farm seien getötet worden.

Nigerianische Behörden liessen den Betrieb im Dorf Jaji in der nördlichen Region Kaduna desinfizieren und unter Quarantäne stellen. Die OIE berate gemeinsam mit der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) über das weitere Vorgehen, sagte Sprecherin Maria Zampaglione. Experten seien in die Region entsandt worden. Landwirtschaftsminister Adumu Bello sagte, künftige Verdachtsfälle würden unter Quarantäne gestellt. Gabun und Mauretanien ergriffen am Mittwoch Vorsichtsmassnahmen.

«Wir müssen einen völligen neuen Kontinent betrachten», sagte Thiermann. Die tierärztliche Infrastruktur müsse dringend verbessert werden, um Krankheitsfälle schnell erkennen und rasch darauf reagieren zu können. Ein FAO-Vertreter sagte, wenn die Lage in Nigeria ausser Kontrolle gerate, werde das unter anderem den Lebensunterhalt von Millionen Menschen schwer beeinträchtigen.

In China wurde eine weitere Frau positiv auf den H5N1-Virus getestet, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete. Der Fall der 26-Jährigen aus der Küstenprovinz Fujian ist der elfte bestätigte beim Menschen in China, nur drei der Infizierten überlebten.

Behörden im Norden Chinas bestätigten, der Krankheit seien seit Anfang Februar bis zu 15.000 Tiere in der Stadt Yijing in der Provinz Shanxi zum Opfer gefallen. Sie starben Xinhua zufolge an H5N1. Es handelt sich um den 29. bestätigten Ausbruch der Vogelgrippe in China seit Oktober.

In Hongkong wurde das H5N1-Virus nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bei einem toten Reiher nachgewiesen. Tests bei einem zweiten toten Vogel stünden noch aus. Die Tiere wurden am Dienstag entdeckt.

Wissenschaftler befürchten, dass das H5N1-Virus mutieren und auch von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte. Dies könnte eine Grippewelle mit Millionen Toten zur Folge haben.

BVET behält Entwicklung der Vogelgrippe aufmerksam im Auge

Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) behält die Situation nach dem Auftauchen eines Falls von Vogelgrippe in Nigeria aufmerksam im Auge. Es gelte nun vorerst, das Risiko für die Schweiz neu einzuschätzen und rechtzeitig vor dem Vogelzug im Frühling zu entscheiden, ob neue Schutzmassnahmen nötig sind, sagte ein Sprecher des BVET am Mittwoch auf Anfrage. Geflügelprodukte aus Nigeria würden zurzeit nicht in die Schweiz importiert, so dass sich in diesem Bereich auch keine Massnahmen aufdrängten. Mit dem Vogelgrippe-Fall im nigerianischen Dorf Jaji stelle sich jedoch die Frage einer Stallpflicht für Schweizer Geflügel oder andere Überwachungsmassnahmen ab März erneut. Konkrete Entscheide lagen vorerst aber nicht vor.

(dapd)

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