Erster ETA-Anschlag nach Ende der Waffenruhe
Aktualisiert

Erster ETA-Anschlag nach Ende der Waffenruhe

Die baskische Untergrundorganisation ETA hat heute ihre Aufkündigung des Waffenstillstands wahrgemacht. Bei einem Autobombenanschlag vor einer Kaserne in Durango wurden zwei Mitglieder der Guardia Civil verletzt.

«Alles deutet auf die ETA hin», sagte ein Sprecher der Guardia Civil. Zunächst bekannte sich jedoch niemand zu dem Anschlag. Batasuna, der politische Arm der ETA, lehnte eine Verurteilung des Angriffs ab. «Die Regierung hat sich für einen bewaffneten Konflikt entschieden», sagte ein Sprecher.

Die ETA, welche die Loslösung des Baskenlandes von Spanien anstrebt, hatte am 5. Juni eine von ihr im März 2006 erklärte Waffenruhe aufgekündigt, weil sie mit dem Kurs der spanischen Regierung für einen Friedensprozess unzufrieden war.

Die starke Explosion habe sich um 3.30 Uhr in der baskischen Kleinstadt Durango, etwa 30 Kilometer östlich von Bilbao, ereignet, sagte ein Sprecher der baskischen Verkehrswacht. Die Betroffenen hätten Schnittwunden erlitten.

Spaniens Polizeichef Joan Mesquida sagte, «ein echtes Massaker» sei knapp verhindert worden. Nach seinen Angaben wurden bei dem Anschlag 80 bis 100 Kilogramm Sprengstoff verwendet.

Der Lieferwagen mit der Bombe sei von den Tätern extra nah am Gebäude der Kaserne geparkt worden, um die Wirksamkeit zu erhöhen. In den Kasernen leben nicht nur die Zivilgardisten, sondern auch deren Familien.

Vor dem Anschlag habe es keinerlei telefonische Warnung gegeben, sagte der Sprecher der Verkehrswacht. In der Vergangenheit meldete die ETA sich vor Sprengstoffanschlägen meistens mit einem Hinweis, um Opfer unter Zivilisten zu vermeiden.

Der Radiosender Cadena Ser erinnerte jedoch am Freitag daran, dass die ETA Anschläge auf Sicherheitskräfte bislang meist ohne Vorwarnung verübt habe.

Die ETA kämpft für die Schaffung eines unabhängigen baskischen Staates. Seit 1968 wurden bei Anschlägen der Organisation über 800 Menschen getötet.

(sda)

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